Eines der Geschosse explodierte unmittelbar vor einem Haus in dem Ort Netivot etwa zwölf Kilometer östlich des Gebietes am Mittelmeer. Die israelische Raketenabwehr fing nach Angaben der Armee zwei Geschosse in der Luft ab. Verletzt wurde niemand, aber 26 Menschen mussten nach diesen Angaben wegen Panikattacken behandelt werden.

Ägyptische Geheimdienstbeamte hatten am Sonntagabend zwischen den Konfliktparteien eine Waffenruhe vermittelt, wie israelische Medien übereinstimmend berichteten. Die radikalislamische Hamas stimmte der Waffenruhe unter der Bedingung zu, dass Israel seine Luftangriffe einstelle, wie der Nachrichtendienst ynet auf seiner Internetseite berichtete

Bei der neuen Runde der Gewalt waren seit Samstag sechs Palästinenser getötet und mehr als 30 verletzt worden. Militante palästinensische Gruppen wie der Islamische Dshihad, die dem weltweiten Terror-Netzwerk Al-Kaida nahestehen, hatten seit Samstag mehr als 110 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Dabei wurden mehrere Israelis verletzt.

Die Konfrontationen begannen am Samstagnachmittag mit einem Angriff auf einen gepanzerten israelischen Jeep am Grenzzaun zu Gaza, bei dem vier Soldaten verletzt wurden.

Israel droht mit härterer Gangart

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte am Sonntag mit einer härteren Gangart, sollten die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen andauern.

"Die Welt muss verstehen, dass Israel nicht mit verschränkten Armen dasitzen wird, während man uns Schaden zufügt", sagte er während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. "Wir sind darauf vorbereitet, die Reaktion zu verstärken."

Vize-Ministerpräsident Silvan Schalom sagte nach Angaben des israelischen Rundfunks, notfalls müsse man die Armee zu einer neuen Bodenoffensive in den Gazastreifen schicken. Verteidigungsminister Ehud Barak machte am Sonntagabend direkt die Hamas für die Übergriffe verantwortlich und drohte, die Palästinenserorganisation werde dafür "einen hohen Preis zahlen".