Einmal tief durchatmen: US-Präsident Barack Obama wird an diesem Samstag zu seinen achttägigen Sommerferien auf der Insel Martha's Vineyard aufbrechen. Begleitet von seiner Frau Michelle, den Töchtern Sasha und Malia und Hund Bo will sich der Staatschef nun schon zum vierten Mal auf der Promi-Insel im US-Bundesstaat Massachusetts erholen.

Auf dem präsidialen Erholungsprogramm stehen wieder Ausflüge zum Strand, viele Runden auf dem Golf- und Basketballplatz und gute Bücher.

Euphorie ist weg

Obama kann die Ferien wahrscheinlich gut gebrauchen, denn er blickt nicht gerade auf die rosigste Phase seiner Präsidentschaft zurück. Die Euphorie nach der Wiederwahl im November 2012 ist nach turbulenten Monaten ziemlich abgekühlt. Bei seinen politischen Zielen musste der Präsident deutliche Abstriche machen.

In den vergangenen Jahren stand die Wahl des kostspieligen Urlaubsortes bei Obamas Kontrahenten in der Kritik. Martha's Vineyard (der Weinberg) gilt als das Sylt Nordamerikas, weil viele Prominente und betuchte Amerikaner hier Villen haben.

Feriendestination der Kennedys

Auf der rund 16'500 Einwohner zählenden Elite-Insel verbrachten auch andere demokratische Präsidenten ihre Familienferien. Schon die Kennedys zogen es vor, ihre Ferien lieber hier als in der offiziellen "Erholungsanlage" der US-Präsidenten in Camp David zu verbringen.

Die berühmte Familie ist auch auf tragische Weise mit der Insel verbunden: John F. Kennedy Jr. verunglückte 1999 unweit mit seinem Flugzeug. Auch die Clintons verbrachten hier viele ihrer Sommerferien.

Neue Bleibe

Bisher hatten die Obamas im Ferienhaus "Blue Heron Farm" auf einem 11,5 Hektar grossen Grundstück residiert. Nachdem das Haus 2011 Medienberichten zufolge für 22,4 Millionen Dollar verkauft worden war, musste sich die Präsidentenfamilie in diesem Jahr eine neue Unterkunft suchen.

Laut einem Bericht der "The Martha's Vineyard Times" ist das neue Ferienhaus mit Meerblick 7,6 Millionen Dollar wert und verfügt über ein Gästehaus und einen kleinen Basketballplatz. Das Haus ist mehr als 460 Quadratmeter gross und liegt unweit eines Waldes.

Anwohner auf Martha's Vineyard sind vom präsidialen Besuch allerdings wenig begeistert: Denn für die Dauer von Obamas Aufenthalt wird aus Sicherheitsgründen eine Hauptverkehrsstrasse gesperrt. Die Stadt empfiehlt den verärgerten Bewohnern, sich direkt beim Weissen Haus zu beschweren.