USA

Trotz neuer Auflage: Ab Zürich darf man mit leerem Handy-Akku fliegen

Auf gewissen Direktflügen ist es nicht mehr erlaubt, Smartphones mit leeren Akkus mitzuführen - die USA fürchten Anschläge damit (Archiv).

Auf gewissen Direktflügen ist es nicht mehr erlaubt, Smartphones mit leeren Akkus mitzuführen - die USA fürchten Anschläge damit (Archiv).

Auf gewissen Direktflügen ist es nicht mehr erlaubt, Smartphones mit leeren Akkus mitzuführen - die USA fürchten Terroranschläge damit. Schweizer Flughäfen sind von dieser Auflage aber nicht betroffen.

Aus Angst vor Terroranschlägen hat die amerikanische Luftsicherheitsbehörde TSA (Transportation Security Administration) ein Verbot von elektronischen Geräten mit leeren Akkus verhängt. Demnach müssten Passagiere im Zweifelsfall beweisen, dass mitgeführte Apparate über genügend Strom verfügen – insbesondere dann, wenn es sich um ein Smartphone, einen Laptop oder einen Tablet-Computer handelt. «Geräte ohne Strom sind an Bord der Flugzeuge nicht erlaubt», heisst es in der Pressemitteilung. Zudem müssten die Besitzer derjenigen Gadgets, die auf Knopfdruck nicht funktionierten, mit einer zusätzlichen Leibesvisitation rechnen.

Massnahmen in Zürich reichen aus

Von dieser neuen Auflage betroffen sind «gewisse Flughäfen» mit Direktflügen in die USA. Namen nennt die TSA in ihrer Mitteilung keine. Gemäss gut informierten Kreisen handelt es sich dabei um grosse Luftfahrt-Drehkreuze in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Am Flughafen Zürich allerdings – von dem aus Nonstop-Flüge nach Boston, New York, Philadelphia, Washington, Atlanta, Tampa, Miami, Chicago, Las Vegas, San Francisco und Los Angeles angeboten werden – müssen Amerika-Touristen vorerst nicht beweisen, dass die Batterie ihres Smartphones im grünen Bereich ist.

Dies bestätigte gestern Sonja Zöchling Stucki, Sprecherin der Flughafenbetreiberin. «Die Sicherheitsmassnahmen an Schweizer Flughäfen entsprechen bereits den strengen TSA-Auflagen», sagte sie der «Nordwestschweiz». «Passagiere aus der Schweiz müssen derzeit nicht mit weiteren Sicherheitsmassnahmen rechnen.» Der Flughafen Genf bietet Direktflüge nach New York und Washington an. Vom EuroAirport Basel-Mulhouse hingegen werden keine Destinationen in den USA direkt angeflogen.

Der Grund für die neue TSA-Auflage, die vorige Woche durch Sicherheitsminister Jeh Johnson angekündigt worden war: Amerikanische Sicherheitsexperten fürchten sich vor den technischen Fähigkeiten arabischer Extremisten. Es gibt Hinweise darauf, dass Bombenbauer der Al-Kaida-Ableger im Jemen und Syrien Pläne schmieden, Flugzeuge auf dem Weg in die USA mittels einer Laptop- oder Smartphone-Bombe in die Luft zu sprengen.

Im Visier ist dabei vor allem der saudische Staatsbürger Ibrahim Hassan al-Asiri, der als Chefbombenbauer der Kaida gilt und seit Jahren auf amerikanischen Fahndungslisten ganz zuoberst steht. Im April war Asiri das Ziel eines Drohnenanschlags, den er anscheinend schadlos überstand. Der 32-jährige Chemiker ist der Kopf hinter einer ganzen Reihe von findigen Bombenanschlägen auf US-Ziele: So versuchte ein Nigerianer an Weihnachten 2009 einen Sprengkörper in seinen Unterhosen zu zünden, als sich sein Flugzeug auf dem Anflug nach Detroit (Michigan) befand. Das Unterfangen missriet, auch dank der Geistesgegenwart seiner Mitpassagiere. Umar Farouk Abdulmutallab wurde im Februar 2012 in den USA zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

iPhone und Galaxy als Waffen?

Besonders abgesehen hätten es die Bombenbauer dabei auf Geräte aus dem Hause Apple (iPhone) und Samsung (Galaxy), schrieb die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf anonyme Angestellte der US-Regierung. Auch geht die Angst vor Bomben um, die in Schuhen an Bord eines Flugzeugs geschmuggelt werde.

Dennoch versicherte Minister Johnson am Sonntag in einem Interview, es bestehe «keinen Grund zur Überreaktion». «Unser Job ist es, neue Anschläge vorauszusehen. Deshalb evaluieren wir die Weltlage kontinuierlich», sagte Johnson dem Fernsehsender NBC. Inneramerikanische Flüge seien von der neuen Auflage aber nicht betroffen.

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