Schuldenkrise

«Troika» macht Griechenland wieder Hoffnung

Venizelos sprach am Dienstagabend erneut mit der sogenannten Troika (Archiv)

Venizelos sprach am Dienstagabend erneut mit der sogenannten Troika (Archiv)

Griechenland darf weiter auf neue Finanzhilfen der anderen Euro-Staaten hoffen. Die Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalem Währungsfonds (IWF) werden Anfang kommender Woche wieder nach Athen zurückkehren.

Dies wurde nach einer Telefonkonferenz der sogenannten "Troika" mit dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos am Dienstagabend in Brüssel von der EU-Kommission mitgeteilt.

Bei den telefonischen Beratungen der Experten seien "gute Fortschritte" gemacht worden, hiess es in der Mitteilung. Die Missionschefs der drei Institutionen würden über die Einhaltung der griechischen Versprechen für eine Sanierung der Staatsfinanzen und über die dafür notwendigen politischen Entscheidungen sprechen, hiess es.

Schon in den kommenden Tagen werde es "technische Diskussionen" in Athen geben. Die Vertreter von EU, IWF und EZB hatten den Mittelmeerstaat wegen Unstimmigkeiten über weitere Sparschritte am 2. September überraschend verlassen.

Pleite droht

Erst wenn die Troika der Regierung bescheinigt, dass die Budgetsanierung vollständig umgesetzt wird, kann die nächste Tranche an Notkrediten von acht Milliarden Euro an Athen überwiesen werden. Ohne die Hilfe wäre Griechenland im Oktober pleite.

Vom Bericht der Troika hängt alles ab: Fliessen die Milliarden nicht, droht Griechenland nach offiziellen Angaben in Athen im Oktober die Pleite. Die EU-Kommission dringt auf die Einhaltung der vereinbarten Spar-, Reform- und Privatisierungsziele.

Streiks gegen Entlassungen

Athen will den aufgeblähten Staatsapparat drastisch verkleinern. Die Zahl der Staatsbediensteten soll sich im Vergleich zu 2009 um 50'000 sofort und um weitere 100'000 bis 2015 verringern. 117 Betriebe, die vom Staatshaushalt unterstützt werden, sollen sobald wie möglich schliessen.

Im Staatssektor arbeiten nach letzten offiziellen Angaben über 700'000 Staatsbedienstete, hinzu kommen rund 200'000 Mitarbeiter in staatlichen subventionierten Unternehmen wie dem Fernsehen oder der Elektrizitätsversorgung.

Aus Protest gegen die Entlassungswelle kündigte die griechische Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ADEDY) für den 6. Oktober einen landesweiten Streik an. Bereits für diesen Donnerstag kündigten die Gewerkschaften der Bahnen von Athen einen 24-stündigen Streik an. Sämtliche U-Bahnen, S-Bahnen und Strassenbahnen von Athen sollen bestreikt werden.

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