Mexiko

Treviños Markenzeichen: Er übergoss seine Gegner mit Benzin und zündete sie an

Miguel Trenvino Morales wurde offenbar verhaftet- Trevino ist der Kopf einer der brutalsten Drogenbanden Mexikos. Ihre Opfer hinterliessen sie oft zerstückelt oder geköpft.

Berüchtigter mexikanischer Drogenboss verhaftet

Miguel Trenvino Morales wurde offenbar verhaftet- Trevino ist der Kopf einer der brutalsten Drogenbanden Mexikos. Ihre Opfer hinterliessen sie oft zerstückelt oder geköpft.

Die «Los Zetas» sind nicht nur im Drogenhandel aktiv, sie erpressen auch Migranten auf deren Weg in die USA und verlangen Schutzgeld von Bars und Casinos. Jetzt wurde ihr Anführer Miguel Treviño verhaftet.

Miguel Ángel Treviño Morales ist dafür bekannt, seine Gegner in Ölfässer zu stecken, sie mit Benzin zu übergiessen und anzuzünden. Der Chef des Drogenkartells «Los Zetas» ist gefasst worden.

An die Macht des mexikanischen Drogenkartells kam Treviño erst vor rund acht Monaten. Der Machtübernahme vorausgeganen war eine Auseinandersetztung zwischen Treviño Morales und Heriberto Lazcano, auch "Der Henker" genannt.

Lazcano, der damalige Chef der Organisation, war bei einer Schiesserei mit Soldaten getötet worden - es ist nicht klar, ob Treviño ihn verraten hat. Sicher ist dagegen laut Experten, dass die beiden schon lange zerstritten waren. Die Los Zetas hätten unter der Führung von Treviño aber kontinuierlich an Macht verloren.

Drogen-Boss der 'Los Zetas' in Mexiko geschnappt

Drogen-Boss der 'Los Zetas' in Mexiko geschnappt

Gut organisiert und brutal

In den 1990er Jahren wurden die Los Zetas als bewaffneter Arm des Golfkartells von desertierten Soldaten einer Eliteeinheit gegründet. 2010 trennten sie sich vom Golfkartell und wurden zur selbstständigen Organisation. Treviño ist einer der wenigen, der es trotz fehlendem militärischem Background an die Spitze geschafft hat.

Von der Polizei werden die Zetas als organisiert und enorm brutal beschrieben. Gegenüber Unbeteiligten nehmen sie keine Rücksicht.

52 Menschen erstickten oder verbrannten im Casino Royale in Monterrey, Mexiko, das in Brand gesetzt wurde, weil der Besitzer kein Schutzgeld bezahlen wollte. Unter den Toten viele Hausfrauen und Rentner. Während der mexikanischen Unabhängigkeitsfeier griff das Kartell eine Menschenmenge mit Granaten an - acht Tote, hunderte Verletzte.

Auch für die Massacker an Migranten ist das Verbrechersyndikat bekannt. Geschmuggelt werden nämlich nicht nur Drogen, sondern auch Menschen. An jenen, die nicht bezahlen können, wird ein Exempel statuiert.

Ausserdem dehnte Treviño die Aktivitäten der Los Zetas auf die USA aus, wo er Rennpferde züchtete und offenbar Pferdewetten dazu nutzte, Geld zu waschen. Sein Bruder José wurde im vergangenen Juni verhaftet.

Angeblich operiert das Drogenkartell auch in Europa, Experten vermuten Verbindungen zu der italienischen Mafia Ndrangheta.

Keine Schüsse bei der Verhaftung

Auf die Ergreifung des Drogenbosses hatten Mexiko und die USA bis zu fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Treviño Morales wurde in den frühen Morgenstunden im Nordosten Mexikos nahe der US-Grenze gestellt, wie der Sprecher des Sicherheitskabinetts an einer  Pressekonferenz mitteilte.

Bei der Operation auf einer Landstrasse um 3.45 Uhr Ortszeit seien keine Schüsse gefallen. Treviño Morales wird unter anderem der organisierten Kriminalität, des Totschlags, des Drogenhandels und der Geldwäsche beschuldigt. Die Festnahme ist der erste grosse Erfolg gegen die organisierte Kriminalität in den sieben Monaten Amtszeit von Präsident Enrique Peña Nieto.

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