Ein Dutzend weiterer Menschen gelte noch als vermisst, erklärte der Vize-Gouverneur der Region Astrachan, Konstantin Markelow, am Montag. Zwölf Bewohner wurden demnach verletzt, sieben von ihnen mussten im Spital behandelt werden.

Eine Vertreterin des örtlichen Untersuchungsausschusses, Anna Konlajewa, berichtete dem Sender NTW, zunächst seien nur die unteren Stockwerke von der Wucht der Explosion zerstört worden.

Als Anwohner begannen, den Verletzten und Verschütteten zu Hilfe zu eilen, sei plötzlich das ganze Gebäude in sich zusammengesackt. Unter den Verletzten seien auch zwei Kinder, die allerdings nicht in Lebensgefahr schwebten, hiess es vom Gesundheitsministerium. Der Zustand von zwei Erwachsenen sei dagegen kritisch. Insgesamt seien fast 20 Wohnungen zerstört worden.

Stimmen unter den Trümmern

Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete, dass die Rettungskräfte unter den Trümmern Stimmen hörten und versuchten, die Verschütteten zu befreien. Ein Bergungsteam sei vor Ort, zwei Flugzeuge mit Verstärkung und Material seien auf dem Weg, sagte ein Vertreter des Katastrophenschutzministeriums der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Am Abend traf Katastrophenschutzminister Sergej Tschoigu am Unglücksort ein, um die Rettungsmassnahmen zu koordinieren, wie die Agentur berichtete. Ministerpräsident Wladimir Putin ordnete die Einsetzung eines Regierungskomitees an, um den Vorfall zu untersuchen.

Ursache unklar

Die Ursache für die Explosion war zunächst unklar. Ermittler erklärte, in einem Geschäft im Erdgeschoss sei eine Gasflasche explodiert. Nach Medienangaben schlossen sie aber auch nicht aus, dass es sich um einen Selbstmordversuch gehandelt habe.