Mindestens 25 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Majar, am Sonntag über Twitter mit.

Eine erste Explosion ereignete sich laut Innenministerium in der Nähe des Büros der Partei "Green Trend" von Saleh. Daraufhin seien mehrere Angreifer in das fünfstöckige Gebäude eingedrungen. Erst nach mehr als sechs Stunden erklärten die Sicherheitskräfte den Angriff für beendet. Alle Angreifer seien getötet und 85 Menschen aus dem Gebäude gerettet worden.

Weitere Details wolle man erst am Montag mitteilen, hiess es. Saleh ist der Kandidat von Präsident Aschraf Ghani für das Amt des Vizepräsidenten. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Saleh in Sicherheit gebracht

Am Sonntag hat der Wahlkampf für die Präsidentenwahl am 28. September begonnen. Der lokale TV-Sender ToloNews berichtete, Saleh habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Büro aufgehalten. Laut Innenministerium wurde er in Sicherheit gebracht.

Ein Bild zeigt Saleh mit leichten Blutspuren am Oberarm. Seine Partei teilte über Twitter mit, ihm gehe es gut. Allerdings seien mehrere Parteimitarbeiter und unschuldige Zivilisten getötet und verwundet worden. Saleh war früher Innenminister und Chef des Geheimdienstes NDS. Er gilt als Anti-Taliban-Hardliner und Kritiker des pakistanischen Geheimdienstes.

Ghani schrieb auf Twitter, sein "Bruder" Saleh habe einen Angriff von Staatsfeinden überstanden. "Wir sind erleichtert und danken dem Allmächtigen, dass der Angriff fehlgeschlagen ist."

Stundenlange Gefechte

Während der stundenlangen Gefechte waren mehrere Explosionen zu hören. Ein lokaler Journalist, der in der Nähe des Anschlagsortes lebt, schrieb auf Twitter, er spiele Musik für seine Kinder, um die Geräusche von Schüssen und Explosionen zu übertönen. "So sieht das Leben in Kabul aus, einer Stadt zwischen Rauch und Schiesspulver."

Der Anschlag auf Saleh passierte einen Tag, nachdem die Regierung in Kabul erklärt hatte, sie werde innerhalb von zwei Wochen direkte Friedensverhandlungen mit den radikalislamischen Taliban aufnehmen.

Keine baldigen Verhandlungen

Die Taliban dementierten dies am Sonntag. Innerafghanische Gespräche werde es erst nach einer Ankündigung über den Rückzug internationaler Streitkräfte aus dem Land geben, erklärte Sohail Schahin, der Sprecher des politischen Büros der Taliban.

Erst am Donnerstag wurden bei drei Explosionen in Kabul mindestens elf Menschen getötet und fast 50 weitere verletzt. Zwei Explosionen hatten einen Bus mit Mitarbeitern des Bergbauministeriums zum Ziel. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Zu einer Autobombe, die wenig später detonierte, bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Ziel sei ein Konvoi der internationalen Streitkräfte gewesen.