Ägypten

Tote und un Verletzte bei Demonstrationen in Kairo

Polizisten vor dem Präsidentenpalast in Kairo

Polizisten vor dem Präsidentenpalast in Kairo

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind am Mittwochabend bei Zusammenstössen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mohammed Mursi mindestens drei Menschen getötet worden. Mindestens 63 Menschen wurden verletzt.

Die Gewalt brach aus, als Anhänger der Muslimbruderschaft mit liberalen Demonstranten aneinandergerieten, die bereits seit Dienstag auf dem Platz campieren. Reporter berichteten, einige der etwa 10'000 demonstrierenden Islamisten seien auch auf Journalisten losgegangen.

Die Islamisten, die in Sprechchören ihre Unterstützung für Mursi bekundeten, feierten nach der Massenschlägerei ihren "Sieg" über die liberalen Demonstranten. Sie überpinselten Anti-Mursi-Graffiti, die Demonstranten am Vortag auf der Mauer vor dem Präsidentenpalast aufgemalt hatten. Drei Berater Mursis traten aus Protest gegen die Gewalt auf der Strasse zurück.

Die Mursi-Gegner befürchten, dass der Präsident und die Muslimbrüder aus dem Land einen islamischen Gottesstaat machen. Mehrere radikale Islamisten drohten den Oppositionellen mit einem "heiligen Krieg" (arabisch "Dschihad"), falls diese ihre Sabotagepolitik gegen Staatspräsident Mohammed Mursi fortsetzen sollten.

Termin 15. Dezember steht

Die ägyptischen Islamisten wollen ihr umstrittenes Verfassungsreferendum Mitte Dezember über die Bühne bringen - koste es was es wolle. Vizepräsident Mahmud Mekki sagte am Mittwoch an einer Medienkonferenz im Präsidentenpalast in Kairo: "Der Termin für das Referendum am 15. Dezember steht fest und wird nicht verschoben."

Der für seine radikalen Ansichten bekannte Fernsehprediger Abdullah Badr sagte in einer Talkshow des ägyptischen Islam-Senders Al-Hafez, die Christen seien es, die den Protest gegen Präsident Mohammed Mursi anführten. "Und wenn ihm auch nur ein Haar gekrümmt wird, dann reissen wir ihnen die Augen aus", drohte er.

US-Aussenministerin Hillary Clinton forderte am Rande eines Treffens der NATO-Aussenminister in Brüssel die Machthaber in Kairo auf, das "demokratische Versprechen der ägyptischen Revolution" einzulösen. Die Proteste zeigten, dass es dringend respektvolle und demokratische Gespräche über die neue Verfassung geben müsse.

Die Bevölkerung habe eine Verfassung verdient, welche "die Rechte aller Ägypter gleichermassen schützt, von Männern und Frauen, Muslimen und Christen", sagte Clinton.

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