Ölpest

Total muss nach Öl-Katastrophe 375'000 Euro zahlen

Der Tanker Erika Valletta am 13. Dezember 1999 vor der französischen Küste (Archiv)

Der Tanker Erika Valletta am 13. Dezember 1999 vor der französischen Küste (Archiv)

Fast 13 Jahre nach der verheerenden Ölkatastrophe vor der Bretagne ist es definitiv: Der französische Energiekonzern Total erhält eine Geldstrafe von 375'000 Euro aufgebrummt. Damit bestätigt das höchste französische Gericht Urteile gegen die Firma, die den Tanker «Erika» gechartert hatte.

Auch das Schiffsregister Rina wird mit einer Geldstrafe von 375'000 Euro belegt, wie der Kassationsgerichtshof am Dienstag in Paris entschied. Der italienische Reeder und der "Erika"-Eigner wurden zu einer Geldstrafe von 75'000 Euro verurteilt.

Ein Revisionsantrag, den die vier Verurteilten eingereicht hatten. scheiterte. Der Generalstaatsanwalt hatte im Mai gefordert, das Verfahren zu kippen, da sich das Unglück in internationalen Gewässern ereignet habe. Die französische Justiz sei damit nicht zuständig.

Dieser Ansicht widersprachen die Richter des Kassationshofes: Französische Gerichte seien durchaus zuständig, wenn durch ein Tankerunglück französische Hoheitsgewässer und die französische Küste verschmutzt würden.

Die Richter warfen den Beteiligten Fahrlässigkeit im Umgang mit dem Tanker vor. Nach Expertengutachten war die innere Struktur des mehr als 20 Jahre alten Schiffes von Rost zerfressen. Dem schweren Sturm hielt es deswegen nicht Stand.

Symbolische Bedeutung

Für die Geschädigten hat das Urteil vor allem eine symbolische Bedeutung. Der Ölkonzern Total sicherte bereits vor Monaten zu, die gezahlte Schadensersatzsumme von 171 Millionen Euro nicht zurückzufordern.

Auch die 200 Millionen Euro für die Küstenreinigung sollen nicht in Frage gestellt werden. Dem Unternehmen ging es nach eigenen Angaben nur darum, die Rechtslage zu klären.

Zehntausende Tonnen Öl ausgelaufen

Der mit knapp 31'000 Tonnen Schweröl beladene Tanker, der unter der Flagge Maltas fuhr, war 1999 bei einem Sturm im Golf von Biscaya ausserhalb der französischen Territorialgewässer gesunken. Rund 20'000 Tonnen der Ladung liefen vor der Bretagne ins Meer und verschmutzten rund 400 Kilometer Küste.

Zehntausende Seevögel verendeten qualvoll, nach Schätzungen von Tierschützern waren es sogar mehrere Hunderttausend. Es dauert mehr als ein Jahr, die Küsten in der beliebten Tourismusregion zu säubern.

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