Coronavirus - Schweiz

Tessiner Referenzspital schafft Plätze für schwere Fälle

Das Tessiner Referenzspital "La Carità" in Locarno schafft derzeit zusätzliche Plätze für schwere Fälle von Covid-19.

Das Tessiner Referenzspital "La Carità" in Locarno schafft derzeit zusätzliche Plätze für schwere Fälle von Covid-19.

Im Tessin wird befürchtet, dass die Intensivstationen der Spitäler nicht über genug Betten zur Aufnahme von schwer erkrankten Cornoavirus-Patienten verfügen. Genährt wurde diese Sorge durch eine Aussage von Coronavirus-Experte Daniel Koch am Westschweizer Fernsehen.

Falls es mit den Ansteckungen weitergehe wie bisher, seien die Intensivstationen im Kanton Tessin bis am kommenden Montag ausgelastet hatte Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), Anfang Woche in einem Fernsehbericht von RTS gesagt.

Eine Nachfrage bei den zwei auf Coronavirus-Patienten spezialisierten Spitälern des Kantons zeigt indes ein etwas anderes Bild. Die Luganeser Privatklinik Moncucco verfügt über 25 Betten in der Intensivstation. Wie viele davon ausgelastet sind, ist nicht in Erfahrung zu bringen.

22 zusätzliche Betten

Im Regionalspital Locarno "La Carità" würden die Intensivstationbetten alle halbe Tage aufgestockt. Am Dienstagmittag waren 25 Betten vorhanden, wie ein leitender Arzt der Klinik, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Bis kommenden Montag würden über 45 Intensivstation-Betten verfügbar sein. Hinzu kämen 22 weitere Betten, bei denen eine Beatmung via Luftröhre möglich sei, hielt der Arzt fest. Mit der sogenannten Tracheotomie – einem Luftröhrenschnitt – werden für gewöhnlich Langzeitpatienten behandelt. Diese Methode könne aber auch bei Coronavirus-Patienten angewendet werden, erklärte der Arzt.

Damit verfügt das Referenzspital des Kantons Tessin über insgesamt 67 Intensivstation-Betten. Sollte es in den kommenden Wochen noch mehr Plätze brauchen, gebe es "weitere Möglichkeiten", hält der Arzt fest.

Die Stabstelle des Kantons Tessin gibt keine Zahlen zu den Intensivstation-Betten heraus. Sie bestätigt aber, dass die Situation in den Spitälern täglich ändere und den Bedürfnissen immer wieder neu angepasst werde.

511 Personen haben sich bis Mittwochabend im Tessin mit dem Coronavirus infiziert. 14 Personen sind bisher an der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

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