Die Haftstrafe wurde am Dienstag (Ortszeit) wegen Besitzes eines Sprengsatzes und von Sprengstoff verhängt. Die Ermittler hatten diesen entdeckt, als sie wegen eines Doppelmordes in der Wohnung des Mannes ermittelten.

Dort hatte er mit den beiden Mordopfern und dem mutmasslichen Schützen zusammengelebt. In der zur Wohnung gehörenden Garage fanden die Polizisten eine Kühlbox mit dem Sprengstoff HMTD darin. Ausserdem wurden verschiedene Sprengstoffzutaten entdeckt.

Im Schlafzimmer fanden die Ermittler Neonazi-Propagandamaterial. Ausserdem stand dort nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein gerahmtes Bild von Timothy McVeigh, der 1995 bei einem Sprengstoffanschlag in Oklahoma City 168 Menschen getötet und mehr als 600 weitere verletzt hatte. McVeigh, der 2001 hingerichtet wurde, wird von Rechtsextremen in den USA als Held verehrt.

Uniform und Waffen im Zimmer

Der Beschuldigte bewahrte in seinem Zimmer ausserdem seine Armeeuniform auf, Waffen und Munition sowie einen Tarnanzug mit dem Namen und den Symbolen der Gruppe "Atomwaffen", die er mit seinen Mitbewohnern gegründet haben soll.

Wenige Tage vor der Verurteilung waren Vorwürfe gegen einen 26-Jährigen aus Missouri öffentlich geworden, der von der Überlegenheit der weissen Rasse überzeugt ist. Das FBI wirft ihm vor, er habe im Oktober versucht, einen Anschlag auf einen Zug in den USA zu verüben. Vergangenes Jahr hatte er an dem Aufmarsch von rechtsradikalen Gruppen in Charlottesville teilgenommen, bei dem eine Gegendemonstrantin getötet worden war.

Nach Angaben der US-Behörden wurden nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bis Ende 2016 insgesamt 225 Menschen bei extremistischen Gewalttaten getötet. Rechtsextreme verübten demnach 62 Taten mit 106 Todesopfern und Islamisten 23 Taten mit 119 Todesopfern.