Syrien

Terrormiliz IS zum zweiten Mal aus der Oasenstadt Palmyra vertrieben

Regierungssoldaten betrachten die Schäden am Baal-Tempel: Palmyra fiel zweimal in die Hände des IS, zweimal wurde es vom syrischen Regime zurückerobert. (Archiv)

Regierungssoldaten betrachten die Schäden am Baal-Tempel: Palmyra fiel zweimal in die Hände des IS, zweimal wurde es vom syrischen Regime zurückerobert. (Archiv)

Syrische Regierungstruppen haben mit russischer Hilfe zum zweiten Mal die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der Oasenstadt Palmyra vertrieben.

Zum zweiten Mal haben syrische Regierungstruppen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der historischen Oasenstadt Palmyra vertrieben. Die Stadt sei wieder vollständig unter Kontrolle, teilte die syrische Armee am Donnerstag mit. Zusammen mit Verbündeten und russischer und syrischer Luftwaffe habe man die Stadt befreit.

Nachdem die Extremisten aus der Stadt geflohen seien, habe die Armee zunächst aber nur langsam in die Stadt einrücken können, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) mit Sitz in Grossbritannien. Zahlreiche Sprengfallen und Minen seien in der Stadt versteckt. Aus syrischen Armeekreisen hiess es, dass die IS-Kämpfer in die rund 70 Kilometer nördlich gelegene Stadt Al-Sochini geflohen seien.

Eine Detailkarte von Palmyra

Eine Detailkarte von Palmyra

Palmyra gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der IS hatte die Oasenstadt erstmals im Mai 2015 erobert.

In den Monaten danach sprengten die radikalen Islamisten einzigartige, rund 2000 Jahre alte Bauwerke, darunter den Baal-Tempel und den Triumphbogen. Auch ein Teil der berühmten Säulenstrasse wurde zerstört. Laut UNESCO blieb die historische Stätte jedoch "zum grössten Teil in ihrer Einheit und in ihrem ursprünglichen Charakter erhalten".

Zweimal zurückerobert

Im März 2016 konnten syrische Regierungskräfte die Stadt mit Hilfe russischer Luftangriffe wieder unter ihre Kontrolle bringen. Moskau strich seine Rolle in dem Bürgerkriegsland danach mit einem Sinfoniekonzert in Palmyras Amphitheater demonstrativ heraus. Für den Auftritt wurde das Orchester des St. Petersburger Mariinski-Theaters eingeflogen.

Im vergangenen Dezember eroberte der IS Palmyra jedoch erneut. Auch danach legten die IS-Kämpfer wieder einzigartige Bauten aus römischer Zeit in Schutt und Asche. UNO-Satellitenbilder zeigten, dass Teile der Bühne und prächtigen Bühnenwand des Amphitheaters zerstört wurden.

Auch das Tetrapylon, ein typisches Säulen-Monument der römischen Architektur, wurde gesprengt. Für die IS-Extremisten sind die historischen Bauten Überreste aus der "Zeit des Unglaubens", die aus ihrer Sicht vernichtet werden müssen.

Die IS-Anhänger brachten in Palmyra auch zahlreiche Gefangene um. Im August 2015 töteten sie unter anderem den früheren Chef-Archäologen der Stadt, Khalid Asaad, vor Dutzenden Zuschauern auf einem öffentlichen Platz. Ende Januar meldeten Aktivisten, der IS habe dort zwölf Gefangene getötet, einige davon im Amphitheater.

So sah Palmyra vor der IS-Besetzung aus:

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