Serbien

Tausende Serben demonstrieren in Belgrad gegen Präsident Vucic

Regierungsgegner gingen in Belgrad den fünften Samstag in Folge auf die Strasse.

Regierungsgegner gingen in Belgrad den fünften Samstag in Folge auf die Strasse.

Rund 15'000 Menschen haben am Samstagabend in Belgrad gegen die Regierung des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic demonstriert. Die Teilnehmer der Kundgebung trotzten einem Schneesturm und marschierten zum Sitz des staatlichen Fernsehsenders RTS.

Dieser wird strikt von den Vucic-Getreuen kontrolliert.

Der Protest stand unter dem Motto "Einer von fünf Millionen". Die Parole spielt auf eine Aussage des autoritär regierenden Vucic an, derzufolge er sich den Forderungen der Demonstranten selbst dann nicht beugen wolle, wenn sie von fünf Millionen Menschen erhoben würden. Serbien hat sieben Millionen Einwohner.

Es war der fünfte Samstag in Folge, dass Regierungsgegner in Belgrad auf die Strasse gingen. Ursprünglicher Anlass der Demonstrationen war der brutale Angriff auf den Vorsitzenden der Serbischen Linken, Borko Stefanovic, Ende November in der südserbischen Stadt Krusevac.

Die Täter sind bis heute unbekannt. Die ursprünglich verhafteten Verdächtigen wurden kurz vor der Jahreswende aus Mangel an Beweisen freigelassen.

Vucic verurteilte den Anschlag - die Oppositionellen machen aber weiter den Präsidenten dafür verantwortlich. Sie werfen ihm vor, mit seiner aggressiven Rhetorik gegen Kritiker und Oppositionelle zu einem Klima der Gewalttätigkeit im Land beizutragen.

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