Dieser wurde der bei der ersten Sitzung des neuen Parlaments von Staatspräsident Janos Ader zur Wiederwahl vorgeschlagen. Formell soll Orban am Donnerstag vom Parlament wiedergewählt und vereidigt werden.

Schätzungsweise 20'000 Menschen protestierten am Dienstag vor dem Parlament und forderten Widerstand gegen Orban und seine regierende Fidesz-Partei. "Entweder bleiben wir in Ungarn und fangen jetzt an zu handeln, oder wir tun nichts und gehen", sagte der 20-jährige Student Viktor Gyetvai vor den Demonstranten.

Orbans Fidesz-Partei war bei der Parlamentswahl Anfang April mit grossem Abstand stärkste Kraft geworden. In seiner dritten Amtszeit verfügt der 54-Jährige damit wieder über eine Zwei-Drittel-Mehrheit, die Verfassungsänderungen ermöglicht. Orbans Gegner werfen ihm vor, sein Sieg beruhe vor allem auf einem einwanderungsfeindlichen Wahlkampf sowie einem ungerechten Wahlsystem, in dem die Fidesz nur von einer geschlossenen Opposition herausgefordert werden könne.