Dem Aufruf schlossen sich Linke und liberale Oppositionsparteien an. Der Sonntag war in Ungarn Nationalfeiertag. Am 15. März 1848 hatte eine Revolution gegen die Habsburger-Herrschaft begonnen, die von den Österreichern mit russischer Hilfe niedergeschlagen wurde.

Kritiker werfen Orban den Abbau der Demokratie und eine enge Anlehnung an das heutige Russland vor. In der neuen, von ihm konzipierten Verfassung liess er den Landesnamen von "Republik Ungarn" auf "Ungarn" ändern.

Die Veranstalter der Kundgebung gaben ausserdem bekannt, dass sie ein Referendum initiiert hätten, um die Orban-Regierung zur Transparenz und zur Aufgabe korrupter Praktiken zu zwingen. Mit der aus 19 Fragen bestehenden Volksabstimmung könne das Orban-System "Schritt für Schritt demontiert werden", sagte der Völkerrechtler Tamas Lattmann zur Menge.