Sie forderten die Behörden auf, die Truppen aus der nahegelegenen Stadt Schanaosen abzuziehen und der Gewalt ein Ende zu setzen, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Bei den Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizisten in der Region wurden seit Freitag mindestens 15 Menschen getötet.

In Schanaosen demonstrieren Arbeiter seit Monaten für höhere Löhne. Am Freitag waren die Proteste eskaliert, und die Polizei eröffnete das Feuer. Offiziellen Angaben zufolge wurden 14 Menschen getötet.

Ein weiterer Mensch kam demnach bei Ausschreitungen in Schetpe ums Leben, wo Demonstranten am Samstag einen Zug mit mehr als 360 Passagieren angehalten hatten, um Unterstützung für ihren Protest zu erhalten. Anschliessend verwüsteten sie ein nahegelegenes Dorf.

Beobachtern zufolge verloren in Schanaosen und Schetpe jedoch weit mehr Menschen ihr Leben. Der kasachischen Opposition im Exil zufolge wurden mehrere dutzend Menschen getötet und hunderte verletzt.

Stadt ist abgeschnitten

Wegen der Zusammenstösse verhängte der seit 1991 autoritär regierende Staatschef Nursultan Nasarbajew am Samstag einen bis zum 5. Januar geltenden Ausnahmezustand über Schanaosen.

Die Stadt ist derzeit komplett von der Aussenwelt abgeschnitten: Alle Kommunikationsverbindungen wurden gekappt, die Behörden blockieren die Hauptzufahrtsstrasse und nehmen Personenkontrollen vor. Generalstaatsanwalt Nurdaulet Suindikow erklärte indes am Montag, die Situation in der Stadt normalisiere sich langsam wieder.