Das berichtete das israelische Radio am Sonntag. Ein jüdischer Fanatiker hatte Rabin dort am 4. November 1995 nach einer Friedenskundgebung erschossen, um territoriale Zugeständnisse an die Palästinenser zu verhindern.

Die Kundgebung stand unter dem Motto "Die gemässigte Mehrheit steht gegen Spaltung und Hetze". Eine Ansprache von Zachi Hanegbi, Minister für regionale Zusammenarbeit von der rechtsorientierten Regierungspartei Likud, ging jedoch in lauten Buhrufen unter.

Dem Mord an Rabin war rechtsextreme Hetze gegen den Regierungschef vorangegangen. Auch dem heutigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wird vorgeworfen, damals zu dem politischen Klima beigetragen zu haben, in dem der Mord möglich wurde.

Die Oppositionspolitikern Zipi Livni sagte, Rabin sei ermordet worden, während er sich für eine Friedensregelung einsetzte. Es könne keinen Zweifel daran geben, dass es sich damals um ein politisch motiviertes Attentat handelte.

Netanjahu schrieb auf Twitter, es sei bedauerlich, dass die Gedenkveranstaltung für Rabin in eine "politische Versammlung" verwandelt worden sei. "Jene, die die Meinungsfreiheit rühmen, versuchen jeden zum Schweigen zu bringen, der ihnen nicht zustimmt", schrieb Netanjahu, offenbar auf Israels Linke gemünzt.