"Die ganze Stadt trauert aus vielen Gründen, aber der persönlichste ist, dass wir einen so guten Mann verloren haben und die Familie so viel Schmerz erleidet", sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio zu den Trauernden.

Das Opfer, ein 40-jähriger zweifacher Vater, war am vergangenen Samstag gemeinsam mit einem 32 Jahre alten Kollegen mit Kopfschüssen getötet worden. Der Täter, ein 28 Jahre alter Afroamerikaner, hatte sich später in einer U-Bahn-Station selbst erschossen.

Er hatte zuvor in sozialen Netzwerken Drohungen gegen die Polizei hinterlassen und sich wütend über den Tod zweier Schwarzer bei Polizeieinsätzen geäussert. Der zweite getötete Polizist soll beerdigt werden, sobald seine Familie aus China angereist ist.

Kritik an De Blasio

Viele Polizisten der Millionenmetropole hatten Bürgermeister De Blasio zuvor scharf kritisiert, weil er den zahlreichen Demonstranten gegen Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA seine Unterstützung signalisiert hatte. Nach den Morden an den beiden Beamten hatte De Blasio allerdings um eine Aussetzung der Demonstrationen gebeten.

Trotzdem protestierten auch bei der Trauerfeier zahlreiche Polizisten gegen den Bürgermeister. Einige hielten Schilder hoch, andere drehten sich mit dem Rücken zu einer Leinwand, auf der die Ansprache De Blasios übertragen wurde.

US-Vizepräsident Joe Biden zeigte sich bei der Trauerfeier optimistisch, dass der Konflikt überwunden werden könne. "Diese Stadt hat Mut und Charakter und hat schon die grössten Herausforderungen überstanden. Ich bin absolut sicher, dass dieser Geist hier auch weiter existiert", sagte Biden.

"Ich glaube, dass die Polizei in dieser Stadt mit so unglaublich unterschiedlichen Menschen dem Land zeigen kann, wie man jede Kluft überbrückt."