Marokko

Tausende fordern in Marokko weitreichende politische Reformen

Aktivisten der Bewegung 20. Februar protestieren in Casablanca

Aktivisten der Bewegung 20. Februar protestieren in Casablanca

In Marokko haben am Sonntag erneut tausende Menschen für weitreichende politische Reformen demonstriert. Allein in der Wirtschaftsmetropole Casablanca gingen mehr als 6000 Menschen auf die Strasse.

Auch in Tanger im Norden des Landes beteiligen sich mehrere tausend Menschen an den Protesten, in der Hauptstadt Rabat waren es etwa 1000 Teilnehmer. Den Demonstranten gehen die am Freitag in einem Referendum beschlossenen Verfassungsänderungen nicht weit genug.

Die Teilnehmer forderten tiefgreifende politische Reformen und skandierten beispielsweise in Casablanca immer wieder "Würde! Freiheit! Soziale Gerechtigkeit!" Organisiert wurden die Demonstrationen von der Protestbewegung des 20. Februar, die nach dem ersten Tag der Proteste in Marokko benannt ist.

Fast 100 Prozent für neue Verfassung

Bei dem Referendum am Freitag hatten laut vorläufigem Ergebnis mehr als 98 Prozent der Wähler für die Verfassungsänderung gestimmt, die Mitte Juni von König Mohammed VI. unter dem Eindruck massiver Proteste im Land vorgelegt worden war.

Sie sieht eine teilweise Machtverlagerung vom Monarchen auf den Ministerpräsidenten und das Parlament sowie eine stärkere Unabhängigkeit der Justiz vor. Die Schlüsselrolle im Machtgefüge soll aber auch in Zukunft der König innehaben.

Nach Ansicht der Protestbewegung des 20. Februar ist das Referendum ein "Scheinmanöver", mit dem der König seine Landsleute ruhigstellen wolle.

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