Spanien diskutiert derzeit hitzig über ein geplantes verschärftes Abtreibungsrecht. Die konservative Regierung unter Mariano Rajoy hatte kurz vor Weihnachten einen Gesetzentwurf beschlossen, der einen Schwangerschaftsabbruch nur noch im Fall einer Vergewaltigung oder bei einer Gesundheitsgefährdung der werdenden Mutter erlaubt.

Eine Fehlbildung des Fötus soll dagegen kein Abtreibungsgrund mehr sein. Der Entwurf muss noch durch das Parlament. Eine Annahme gilt als wahrscheinlich, da die konservative Volkspartei dort über eine absolute Mehrheit verfügt.

Vor 35 Jahren habe sie ein Flugzeug nach London nehmen müssen, um abtreiben zu können, berichtete die Aktivistin Marisa Vallero am Rande der Proteste: "Wir waren wie Terroristinnen." Es sei eine Schande, dass die Rechte der Frauen nun erneut beschnitten werden sollten. Eine andere Demonstrantin betonte, die Frauenrechtlerinnen würden nicht zulassen, dass das Land "in die Franco-Ära zurückkehrt".

Die sozialistische Vorgängerregierung hatte 2010 ein liberales Abtreibungsrecht eingeführt, das Abtreibungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche ermöglicht. Die Frist kann bis zur 22. Woche verlängert werden, wenn ein Risiko für die Gesundheit der Frau besteht oder es Hinweise auf schwere Behinderungen des Ungeborenen gibt.