Die Frau war bei Protesten am Samstag festgenommen worden. Sie ist eine der führenden Persönlichkeiten der islamistischen Oppositionspartei Islah.

Der jemenitische Innenminister Muthar al-Masri sagte am Sonntag im Staatsfernsehen, die Menschen hätten ein Recht darauf, ihre Meinungen auszudrücken. Versammlungen und Märsche sollten allerdings in den Grenzen der Gesetze durchgeführt werden.

Tausende Demonstranten hatten am Samstag die Amtsenthebung von Präsident Ali Abdullah Saleh gefordert. Studenten, Aktivisten und oppositionelle Gruppen versammelten sich in der Universität von Sanaa, wo sie mit Sprechchören gegen den Staatschef protestierten, der seit 32 Jahren im Amt ist.

Protest gegen Präsidentenamt auf Lebenszeit

Offenbar war es die erste Protestaktion, bei der Demonstranten ihrem Unmut über die lange Regierungszeit des Präsidenten Luft machten. Bislang hatten sich nur wenige getraut, öffentlich dagegen zu protestieren.

Die Demonstranten hatten sich vom Sturz des tunesischen Machthabers Zine al-Abidine Ben Ali inspirieren lassen: "Oh, Ali (Abdullah Saleh), gesell' dich zu deinem Freund Ben Ali", rief die Menschenmenge. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Teilnehmer der Protestaktion ein.

Die Demonstranten hatten sich auch versammelt, um ihrem Ärger über vorgeschlagene Verfassungsänderungen Luft zu machen, wonach der jemenitische Präsident sein Amt auf Lebenszeit behalten könnte.