"Wenn der Präsident nicht geht, werden wir ihn verjagen", riefen sie am Samstag (Ortszeit) in Managua. "Wir marschieren, um der Regierung zu sagen, dass wir uns gegen ihren Missbrauch stellen und in Freiheit leben wollen", sagte eine 49-jährige Demonstrantin.

Gleichzeitig gingen tausende Anhänger der Regierungspartei auf die Strassen und verlangten, Ortegas Kritiker sollten für ihre "Verbrechen" bestraft werden.

Nicaraguas linksgerichteter Staatschef Ortega sieht sich seit Monaten Massenprotesten ausgesetzt, die von Polizei und Paramilitärs regelmässig niedergeschlagen werden. Seit Mitte April wurden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen bereits mehr als 300 Menschen getötet, hunderte wurden wegen Vorwürfen des "Terrorismus" festgenommen.

Auslöser der Proteste gegen Ortega waren später zurückgenommene Rentenkürzungen. Inzwischen richten sie sich gegen den autoritären Regierungsstil Ortegas und seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo.