G20-Gipfel

Tausende Demonstranten und erste Gespräche in Hamburg

Demonstranten fordern auf einem Transparent die Zerschlagung der G20, des Zusammenschlusses der wichtigsten Industrie- und Schwellenländern und der EU.

In Hamburg sind am Donnerstag mit einem Grossprotest und ersten politischen Gesprächen die Zeichen auf G20-Gipfel gestellt worden. Für den abendlichen Demonstrationszug durch die Stadt wurden mehrere tausende Personen erwartet.

Die von der Polizei als besonders heikel eingeschätzte Anti-G20-Kundgebung "Welcome to Hell" begann am Nachmittag mit rund 1300 Demonstranten, die sich am Hamburger Fischmarkt versammelten. Etwa zur selben Zeit landete US-Präsident Donald Trump auf dem Hamburger Flughafen. Vor allem gegen ihn richtet sich der Zorn vieler Demonstranten.

Die Polizei, die mit einem Aufgebot von rund 20'000 Leuten in der Hansestadt präsent ist, hatte bereits Wasserwerfer und Räumfahrzeuge aufgefahren. Der eigentliche Demonstrationszug durch die Stadt sollte um 19 Uhr beginnen. Erwartet wurden etwa 10'000 Linksautonome.

Die Polizei rechnet mit bis zu 8000 gewaltbereiten Demonstranten bei der offiziell als "Für eine solidarische Welt - gegen den G20-Gipfel" angemeldeten Kundgebung. Die Demonstration soll vom Fischmarkt über die Reeperbahn bis etwa 300 Meter an die Messehallen heran gehen. Keine andere Demonstration darf dem G20-Tagungsort in den Messehallen näher kommen.

Polizeikontrollen beim Sonderzug an den G20-Gipfel ab Badischer Bahnhof Richtung Hamburg:

Anders als für andere Veranstaltungen hat die Polizei für "Welcome to Hell" ("Willkommen in der Hölle") keine Auflagen erlassen. Anmelder Andreas Blechschmidt vom linksautonomen Kulturzentrum "Rote Flora" warf Innenbehörde und Verfassungsschutz dennoch vor, "eine massive Kampagne" gegen Demonstranten zu führen.

Die G20 repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaftskraft. Noch nie fand ein Gipfeltreffen in Deutschland statt, an dem mit China, Russland und den USA alle der mächtigsten Länder der Welt teilnehmen.

Klimaschutz und Freihandel

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine breite Agenda aufgestellt, zu der Terrorbekämpfung und die Wirtschaftsförderung in Afrika zählen. Merkel hofft auch auf Fortschritte bei der Suche nach Lösungen in der Syrien- und der Ukraine-Krise. Hauptthemen werden aber ganz klar Klimaschutz und Freihandel sein.

Bei einem Treffen mit Singapurs Regierungschef Lee Hsien Loong pochte Merkel auf "offene Handelsströme" und eine Stärkung der multilateralen Beziehungen. Damit wandte sie sich auch gegen Trump, der wiederholt mit Abschottungs-Massnahmen zum Schutz der US-Wirtschaft gedroht hat.

Trump wollte noch am Donnerstagabend mit Merkel sprechen. Auch waren bereits die Präsidenten Südkoreas und Japans in Hamburg eingetroffen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wollte ebenfalls bereits am Donnerstag mit Merkel zusammentreffen. Das wohl spannendste Treffen am Rande des Gipfels wird aber jenes zwischen Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag sein.

Hohe Sicherheitskontrollen für Aktivisten auf dem Weg zum G20-Gipfel

Hohe Sicherheitskontrollen für Aktivisten auf dem Weg zum G20-Gipfel

Basel - 05.07.17 - Für den G20-Gipfel vom kommenden Wochenende reisen zehntausende Demonstranten nach Hamburg. Von Basel aus startete am Mittwoch ein Sonderzug mit G20-Gegnern aus der Schweiz. Die Aktivisten wurden im Badischen Bahnhof in Basel einer minuziösen Polizei-Kontrolle unterzogen. In Hamburg selber sind rund 20'000 Polizisten im Einsatz um Grössen der Weltpolitik wie den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu schützen.

Beitrag zur Lösung

Der Gipfel biete die Möglichkeit von Treffen, die es sonst in kleineren Konstellationen nicht gebe, sagte Gastgeberin Merkel am Donnerstag. "Insofern kann das ein Beitrag zur Lösung sein. Aber wir haben schon einige Probleme auch, die wir weiter bearbeiten müssen."

Deutschland versuche auch im sogenannten Normandie-Format gemeinsam mit Frankreich einen Annäherung zwischen Russland und der Ukraine zu finden, sagte Merkel. Am Rande des Gipfels ist voraussichtlich an diesem Samstagmorgen eine weitere Runde in diesem Format geplant.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1