Tansania

Tansania wählt Präsidenten

John Magufuli, amtierender Präsident von Tansania und Präsidentschaftskandidat bei der Präsidentenwahl, gibt in einem Wahllokal im ostafrikanischen Tansania seine Stimme ab. In einem angespannten Klima wählen die Bürger den Präsidenten und das Parlament neu. Der zunehmend autokratisch regierende Amtsinhaber Magufuli bewirbt sich um eine weitere fünfjährige Amtszeit. Oppositionsführer Lissu fordert ihn heraus - obwohl er erst vor drei Jahren einen Mordanschlag überlebte. Foto: Stringer/AP/dpa

John Magufuli, amtierender Präsident von Tansania und Präsidentschaftskandidat bei der Präsidentenwahl, gibt in einem Wahllokal im ostafrikanischen Tansania seine Stimme ab. In einem angespannten Klima wählen die Bürger den Präsidenten und das Parlament neu. Der zunehmend autokratisch regierende Amtsinhaber Magufuli bewirbt sich um eine weitere fünfjährige Amtszeit. Oppositionsführer Lissu fordert ihn heraus - obwohl er erst vor drei Jahren einen Mordanschlag überlebte. Foto: Stringer/AP/dpa

In einem angespannten Klima haben Bürger von Tansania ihre Stimme für einen neuen Präsidenten und das Parlament abgegeben. Amtsinhaber John Magufuli, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt, wählte am Mittwochmorgen und mahnte, dass die Wahlen «friedlich» durchgeführt werden sollten.

Sein stärkster Herausforderer, Oppositionsführer Tundu Lissu, twitterte, dass es Berichten zufolge bereits "weitreichende Unregelmässigkeiten" gebe. So seien etwa Wahlhelfer der Partei an mehreren Orten daran gehindert worden, Wahllokale zu erreichen.

Vor der Öffnung der Wahllokale war es in verschiedenen Teilen des ostafrikanischen Landes zu Gewalt gekommen. In der Nacht zum Mittwoch hätten "schwer bewaffnete Gangster" ein Hotel überfallen und zwei Sicherheitsleute entführt, twitterte Freeman Mbowe, der Vorsitzende der führenden Oppositionspartei Chadema und Besitzer des Hotels. Er machte den örtlichen Bezirkskommissar dafür verantwortlich. Zuvor wurden in der semiautonomen Region Sansibar nach Angaben einer Oppositionspartei fünf Menschen von Sicherheitskräften getötet, Tansanias Polizeichef bestritt dies.

Tansanias zunehmend autokratischer und polarisierender Staatschef, genannt "Bulldozer", wird von Befürwortern unter anderem wegen seines starken und kompromisslosen Führungsstils, grosser Infrastruktur-Projekte und Versprechen der Korruptionsbekämpfung unterstützt. Kritiker und Menschenrechtler aber verurteilen seine zunehmenden Beschränkungen von Presse- und Meinungsfreiheit sowie seinen Umgang mit der Corona-Pandemie - seit Mai hat Tansania offiziell keine Corona-Fälle mehr bekanntgegeben.

Magufulis Herausforderer Lissu von der Partei Chadema überlebte vor drei Jahren einen Mordanschlag und ist sehr beliebt ist. Allerdings ist die Opposition zersplittert, insgesamt bewerben sich 15 Kandidaten für das höchste Amt im Land.

Die ehemalige deutsche Kolonie mit rund 58 Millionen Einwohnern gilt eigentlich als stabiles Land, das im Ausland vor allem für Safari-Reisen in der Serengeti und das Besteigen von Afrikas höchstem Berg, dem Kilimandscharo, bekannt ist.

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