Afghanistan

Taliban greifen weitere Provinzhauptstadt in Afghanistan an

Afghanische Sicherheitskräfte bewachen die Strassen von Kundus nach einem Angriff der Taliban am Samstag. (Archivbild)

Afghanische Sicherheitskräfte bewachen die Strassen von Kundus nach einem Angriff der Taliban am Samstag. (Archivbild)

Einem Tag nach ihrem Überfall auf die nordafghanische Stadt Kundus haben Kämpfer der radikalislamischen Taliban die Provinzhauptstadt Pul-e Chumri angegriffen. Laut der Provinzrätin Hajatullah Wafa begann der Angriff gegen 1.00 Uhr nachts (Ortszeit).

Die Taliban hätten das Gebiet Band-e Du in der Stadt eingenommen, die Kämpfe würden andauern. Sollte die Regierung in Kabul nicht handeln, erwarte sie eine "Katastrophe". Die Stadt könne bis zum Nachmittag an die Taliban fallen.

Der Provinzrat Asadullah Schahbas sagte, es sei noch keine Verstärkung in der Stadt eingetroffen. Allerdings gebe es unweit der Stadt eine grosse Militärbasis, deshalb hoffe er auf baldiges Eintreffen von Nachschubkräften.

Ein Sprecher des Innenministeriums teilte mit, es handle sich um keine Offensive der Taliban. Es seien lediglich Angreifer in zwei Gebieten der Stadt. Sicherheitskräfte hätten die Taliban-Kämpfer umzingelt.

Der Angriff erfolgte inmitten der laufenden Gespräche zwischen den Taliban und den USA über eine politische Lösung des fast 18 Jahre dauernden Konflikts in dem zerrütteten Land. Am Sonntagmorgen schrieb der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, man stehe an der Schwelle eines Abkommens mit den Taliban.

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