Dies meldete der Sender Al-Arabija. Syrische Aktivisten berichteten von Artillerieangriffen und Panzern in Homs, die rund um das Viertel Bab Amro in Stellung gebracht wurden. Es sei zu verlustreichen Gefechten zwischen den angreifenden Truppen und Deserteuren der Freien Syrischen Armee gekommen.

Nach dem Rebellen-Rückzug aus Bab Amro erhielt das Internationale Komitee vom Rote Kreuz (IKRK) eigenen Angaben zufolge Zugang zu dem Viertel. Ein IKRK-Sprecher sagte am Donnerstag in Genf, syrische Behörden hätten dem Roten Kreuz "grünes Licht" gegeben, um Erste-Hilfe-Pakete in und Menschen aus dem bislang umkämpften Stadtteil zu bringen.

Bab Amro steht seit fast einem Monat unter Dauerbeschuss. Das Viertel zählt zu den wichtigsten Zentren des Widerstands gegen Staatspräsident Baschar al-Assad. Die Opposition zählte in Bab Amro bis zum Donnerstagnachmittag 17 Tote, darunter 6 Angehörige einer Familie. In der gesamten Stadt Homs soll es am Donnerstag im Tagesverlauf mehr als zwei Dutzend Tote gegeben haben.

Die syrische Opposition, die anfangs als gewaltfreie Bewegung protestiert hatte, setzt im Widerstand gegen das Regime immer stärker auf militärische Gewalt.

Opposition gründet Militärrat

Der Vorsitzende des Syrischen Nationalrates (SNC), Burhan Ghaliun, sagte vor der Presse in Paris, der SNC habe einen Militärrat gegründet. Sein Ziel sei es jedoch nicht, einen Bürgerkrieg zu führen. Vielmehr wolle man Chaos verhindern.

Ghaliun erklärte: "Es gibt Staaten, die gesagt haben, sie wollten Waffen an die Opposition liefern. Damit dies nicht direkt und ohne Kontrolle geschieht, soll alles über diesen Rat laufen." Vor allem Vertreter der Öl produzierenden arabischen Monarchien hatten in den vergangenen Tagen laut über die Bewaffnung von Deserteuren in Syrien nachgedacht.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, betonte unterdessen, die Liga habe die Bewaffnung der Opposition nicht gebilligt. Vielmehr arbeite die Liga an einer politischen Lösung und versuche gleichzeitig, die Regierung zu einer Waffenruhe zu bewegen, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen.