Syrien

Syrischer Generalstaatsanwalt wendet sich vom Regime ab

Syriens Regierungschef al-Assad im Gespräch mit IKRK-Vertretern

Syriens Regierungschef al-Assad im Gespräch mit IKRK-Vertretern

Syrische Regierungstruppen haben das Grenzgebiet zu Libanon unter Feuer genommen. Nach Angaben der Opposition gab es erneut Tote. Die Truppen suchten zudem nach einem Staatsanwalt, der sich wegen Gräueltaten vom Regime abgewendet hat. Ihm soll die Flucht gelungen sein.

Es handelt sich um Adnan al-Bakkur, den Generalstaatsanwalt der Provinz Hama. Bakkur soll aus Protest gegen Gräueltaten der Sicherheitskräfte seinen Rücktritt erklärt haben. Regimegegner hatten dazu eine Videoaufnahme des Mannes veröffentlicht.

Bakkur sagte, am 31. Juli seien im Zentralgefängnis von Hama 72 Aktivisten exekutiert worden. Dutzende Menschen seien bei Militäroperationen in der Stadt getötet oder zu Tode gefoltert worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana hatte dagegen berichtet, Bakkur sei von Terroristen entführt und zu seinem Aussagen gezwungen worden.

Dagegen meldete der arabische Sender Al-Arabija, Bakkur sei inzwischen aus Syrien geflüchtet und in Zypern angekommen. Syrische Regimegegner in Libanon bestätigten, Bakkur sei in Sicherheit, wollten seinen Aufenthaltsort aber nicht bekanntmachen.

Schüsse in Grenznähe

Bei einem grossangelegten Einsatz gegen Regimegegner sollen syrische Truppen in Dörfern nahe der Grenze zu Libanon und in der Provinzhauptstadt Homs neun Menschen getötet haben. Aus den Ortschaften seien Schüsse und Detonationen zu hören, sagte ein Aktivist der Opposition in Beirut weiter. "Schüsse können über die Grenze hinweg gehört werden".

IKRK besucht Gefangene

Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) erhielt derweil zum ersten Mal Zugang zu einem syrischen Gefängnis. Der Besuch im Zentralgefängnis von Damaskus fand am Sonntag statt.

"Wir konnten zwar nur Gefangene des Innenministeriums besuchen, hoffen aber, dass wir bald Zugang zu allen syrischen Gefangenen bekommen werden", wurde IKRK-Präsident Jakob Kellenberger, der für zwei Tage in Syrien zu Besuch war, in einem Communiqué zitiert. Es handle sich um einen wichtigen Schritt bei den humanitären Bemühungen des IKRK in Syrien.

Kellenberger schloss seinen Syrien-Besuch am Montagmorgen mit einem Treffen mit Präsident Bachar al-Assad ab. Die Diskussionen hätten sich um die Entwicklung der Lage seit Juni gedreht. Im Juni war Kellenberger letztmals in Syrien gewesen.

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