Syrien

Syrische Regimegegner stellen Übergangsrat vor

Menschen in Syrien verurteilen den Armee-Einsatz in der Stadt Rastan (Archiv)

Menschen in Syrien verurteilen den Armee-Einsatz in der Stadt Rastan (Archiv)

Syrische Oppositionelle haben am Sonntag offiziell die Gründung eines Übergangsrats bekannt gegeben. An einer Pressekonferenz in Istanbul stellten sie Struktur und Ziele des Rates vor, der bereits im August ins Leben gerufen worden war.

Der Soziologe und Sorbonne-Professor Burhan Ghaliun verlas die Gründungserklärung des Rates, die bekannte Regierungsgegner unterzeichnet hatten. Ziel des Rates sei es, gemeinsam den Sturz des Assad-Regimes einzuleiten.

Auch Ghaliun lehnte Einmischung aus dem Ausland in innere Angelegenheiten Syriens ab und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Legitimität des Rates anzuerkennen.

Der Rat wurde neu um weitere Oppositionsgruppen erweitert. Ihm gehören nun unter anderen nationalistische, liberale und islamistische Strömungen sowie Vertreter von Kurden und Assyrern an.

Drohgebärde Richtung Washington

Unterdessen warnte die staatliche syrische Zeitung "Al Baath", ein Sprachrohr der Regierung, US-Botschafter Robert Ford davor, Stellung zu beziehen. Der Botschafter müsse sich auf weitere "unerfreuliche Behandlung" gefasst machen, sollte er bewaffnete Regierungsgegner unterstützen.

Anhänger Assads hatten Ford am Donnerstag in Damaskus vor einem Treffen mit einem Oppositionspolitiker mit faulen Eiern und Tomaten beworfen. Die US-Regierung berief daraufhin den syrischen Botschafter in Washington ein und verurteilte den Angriff auf Ford.

Wenn Ford künftig nicht mit faulen Eiern beworfen werden wolle, solle er seiner Regierung raten, ihre unverschämte Einmischung in syrische Angelegenheiten und ihre fieberhaften Bemühungen um UNO-Sanktionen gegen das Land zu unterlassen.

US-Aussenministerin Hillary Clinton und das Weisse Haus erklärten, der Angriff gegen Ford sei Teil einer Kampagne, Diplomaten einzuschüchtern, die sich mit der brutalen Niederschlagung der Reformbewegung in Syrien befassten.

Ford erklärte auf der Facebook-Seite der US-Botschaft, er sei am Donnerstag nicht nur mit Eiern und Tomaten beworfen worden. "Demonstranten warfen Zementblöcke auf Fensterscheiben und schlugen mit Eisenstangen auf Autos ein. Eine Person sprang auf die Motorhaube eines Wagens und versuchte, die Windschutzscheibe einzutreten, und sprang dann auf das Autodach", schrieb Ford.

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