Syrien

Syrische Armee beschädigt laut Opposition Zitadelle von Aleppo

Syrische Soldaten in Aleppo (Symbolbild)

Syrische Soldaten in Aleppo (Symbolbild)

Die syrische Armee hat gemäss der Opposition die Zitadelle von Aleppo mit einer Mörsergranate beschädigt. Das zum Weltkulturerbe gehörende Gebäude wurde demnach von einem Geschoss getroffen, über das niemand in Syrien ausser den Regierungstruppen verfügt.

Die Mörsergranate sei am Eingang der Zitadelle eingeschlagen und habe eine Marmortafel mit dem Namen der Stätte zerstört, erklärte der oppositionelle Syrische Nationalrat am Freitag. Die Zitadelle gilt als Juwel der islamischen Militärarchitektur des Mittelalters.

Der Angriff ziele auf "die Erinnerung und die Geschichte des syrischen Volkes und der gesamten Menschheit". Der Nationalrat forderte die UNO-Organisation für Wissenschaft, Bildung und Kultur (UNESCO) auf, zum Schutz des Kulturerbes einzuschreiten.

Heftige Gefechte in Aleppo

In der Wirtschaftsmetropole im Norden Syriens dauerten die Kämpfe an. Aus dem Stadtteil Salaheddin wurden schwere Gefechte gemeldet. Dort werde weiter gekämpft, sagte Hussam Abu Mohammed, Kommandant der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), der Nachrichtenagentur AFP. "Wir kämpfen weiter um Salaheddin, weil wir diesen Bezirk nicht aufgeben werden."

Ein weiterer FSA-Kommandant, Abu Omar al-Halebi, hatte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag am Telefon erklärt, die Aufständischen hätten sich im benachbarten Stadtteil Sukkari neu gesammelt.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London zufolge nahm die Armee Salaheddin sowie die Stadtteile Sahur und Hanano am Freitagmorgen unter heftigen Beschuss. Dabei seien zwei Zivilisten getötet worden.

In Hanano schlugen von einem Kampfjet abgeworfene Geschosse im Hof des Hauptquartiers der FSA und in einem Wohnhaus ein, wo laut AFP-Reportern mehrere Menschen verletzt wurden. "Wir stehen auf der Seite der Freien Armee, aber sie ist auch verantwortlich dafür, dass das alles hier passiert ist", sagte einer der Bewohner.

Aufständische im Hintertreffen

Die Aufständischen hatten am Donnerstag im Kampf um Aleppo einen Rückschlag erlitten und mussten sich aus dem Stadtteil Salaheddin zurückziehen. Um die Wirtschaftsmetropole Aleppo kämpfen Truppen von Staatschef Baschar al-Assad und Aufständische seit fast drei Wochen. Beide Seiten wie Beobachter sehen im Ausgang der Schlacht um Aleppo einen Vorentscheid mit Blick auf das Schicksal des Assad-Regimes.

Der Aufstand gegen Assad hatte vor 17 Monaten mit friedlichen Demonstrationen begonnen, die von den Sicherheitskräften brutal niedergeschlagen worden waren. Darauf eskalierte der Konflikt zu einem brutalen Bürgerkrieg.

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