Syrien

Syriens Grossmufti hält Rücktritt Assads für möglich

Ungeachtet der Gewalt des syrischen Regimes gibt es immer wieder Proteste

Ungeachtet der Gewalt des syrischen Regimes gibt es immer wieder Proteste

Der einflussreiche syrische Grossmufti Scheich Hassun schliesst einen Rückzug des bedrängten Präsidenten Baschar al-Assad aus der Politik nicht aus. «Er ist kein Präsident auf Lebenszeit», sagte der Rechtsgelehrte in seiner Heimatstadt Aleppo dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Scheich Hassun ist nicht nur die höchste islamische Autorität in Syrien, sondern auch enger Vertrauter des Präsidenten. Der Grossmufti warnte vor einer Intervention der NATO in Syrien. Dies könnte zu einer Katastrophe und Selbstmordattentaten in westlichen Ländern führen.

Besonders Europa werde "in Mitleidenschaft" gezogen und sollte sich deshalb in Syrien mehr engagieren: "Die Europäer wären bessere Friedensvermittler als die Arabische Liga."

Assad trägt nach den Worten des Grossmuftis die Verantwortung für politische Fehler. Allerdings werde er die gegenüber der Arabischen Liga am vergangenen Mittwoch zugesagten Verpflichtungen einhalten und Reformschritte einleiten. "Das Blutvergiessen muss aufhören", forderte er. Allerdings machte der Religionsgelehrte für die Gewalt vorwiegend aus Nachbarstaaten eingereiste Fundamentalisten verantwortlich.

Tote zu Beginn des Opferfestes

Regierungstruppen töteten zu Beginn des islamischen Opferfestes erneut vier Zivilisten. Wie Menschenrechtsaktivisten am Sonntag weiter berichteten, schossen die Soldaten auf Demonstranten.

Drei Menschen seien in der Provinz Homs ums Leben gekommen. Die Hochburg der Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad ist seit Wochen heftigen Angriffen ausgesetzt. Ein weiterer Mensch starb nach Angaben der Opposition in der Stadt Hama.

Noch am Samstag hatte die syrische Führung einen Rückzug des Militärs aus den Wohngebieten noch an diesem Wochenende in Aussicht gestellt. Sie hatte ausserdem versprochen, auf ein Ende der Gewalt hinzuwirken. Ungeachtet dessen wurden aber auch am Samstag mindestens 28 Menschen getötet.

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