Syrien

Syrien setzt laut Kontrollorganisation systematisch Chlorgas ein

Syrische Soldaten bei Laktakia im Norden des Landes (Archiv)

Syrische Soldaten bei Laktakia im Norden des Landes (Archiv)

Syrien hat nach einem Bericht der Kontrollbehörde für Chemiewaffen systematisch Chlorgas als Waffe eingesetzt. Die Experten hätten klare Beweise für den «systematischen und wiederholten» Einsatz des toxischen Gases gegen Dörfer im Norden Syriens Anfang 2014 gesammelt.

Dies teilte die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) am Mittwoch in Den Haag mit. Die OPCW hatte die Experten im April beauftragt, Berichte über die Gasangriffe zu überprüfen.

Die Symptome der Opfer und auch die medizinischen Berichte führten zu der Schlussfolgerung, "dass Chlor, entweder pur oder als Mischung" als Waffe eingesetzt wurde.

Chlorgas fällt nicht unter die von der Konvention verbotenen Chemiewaffen, da es auch für zivile Zwecke eingesetzt werden darf. Allerdings ist der Einsatz als Waffe verboten. Syrien hatte sich im vergangen Jahr unter internationalem Druck bereit erklärt, alle seine Chemiewaffen zu vernichten.

Im Mai waren die OPCW-Experten bei dem Versuch, eine der angegriffenen Ortschaften zu besuchen, angegriffen worden. Daher seien Zeugen in einem sicheren Gebiet ausserhalb des Landes befragt worden, teilte die OPCW mit.

Die Experten hatten Dutzende von Opfern, Ärzten und Augenzeugen der Angriffe vernommen sowie zahlreiches Beweismaterial untersucht. Nach dem Bericht der OPCW gibt es Berichte über neue Gas-Angriffe vom August.

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