Syrien

Syrien reagiert nicht auf internationale Appelle

Die syrische Armee geht weiter gegen Regimekritiker vor (Archiv)

Die syrische Armee geht weiter gegen Regimekritiker vor (Archiv)

Syriens Armee geht ungeachtet aller Aufrufe zu einem Ende des Blutvergiessens weiter hart gegen Regimekritiker vor. Die zentralsyrische Stadt Rastan wurde am Montag umzingelt.

Die über 50'000 Einwohner zählende Stadt wurde nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten vollständig eingekreist. Die Truppen bereiteten sich auf eine Erstürmung vor. In Rastan hatte es zuletzt massive Demonstrationen gegen das Regime von Staatschef Baschar al-Assad gegeben.

Aktivisten berichteten von heftigem Maschinengewehrfeuer der Sicherheitskräfte am südlichen Eingang der Stadt. Aus Angst vor einem Angriff der Regierungstruppen seien bereits zahlreiche Einwohner geflohen, berichteten die örtlichen Koordinationskomitees, die die Proteste gegen Assad dokumentieren.

Bei Razzien und Hausdurchsuchungen gegen Oppositionelle im Dorf Sarameen in der an die Türkei grenzenden Provinz Idlib seien fünf Menschen getötet und etwa 60 weitere verletzt worden, sagte ein Sprecher des Syrischen Observatoriums für Menschenrechte in London.

Eine weitere Person sei bei einer Razzia in Kara, einem Vorort der Hauptstadt Damaskus, ums Leben gekommen. Ähnliche Razzien und Hausdurchsuchungen seien im Dorf Dorf Heet an der Grenze zu Libanon durchgeführt worden.

Syrischer Übergangsrat

Die syrischen Oppositionellen sollen am Montag nach dem Vorbild der Aufständischen in Libyen am Montag einen Nationalen Übergangsrat gebildet haben, allerdings vorerst im Exil in der Türkei.

Von den 94 Mitgliedern des Rats seien 42 in Syrien, berichtete der Sender Al-Dschasira. Zum Vorsitzenden des Rats wurde der prominente Oppositionelle Burhan Ghalioun bestimmt, der an der Pariser Sorbonne unterrichtet.

Medwedew macht Druck

Das militärische Vorgehen in Syrien geschieht trotz wachsenden internationalen Drucks. Die syrische Führung wies am Montag einen Aufruf der Arabischen Liga zu einem Ende des Blutvergiessens beim Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten schroff zurück.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew forderte Assad in einer Depesche zu einem sofortigen und kompletten Ende der Gewalt auf. Gleichzeitig verlangte er von der Opposition, sich auf den von Syriens Machthabern angebotenen Dialog einzulassen. Die Botschaften Medwedews überreichte sein Vize-Aussenminister Michail Bogdanow in Damaskus.

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