Afrikanische Union

Südafrikas Innenministerin steht der Afrikanischen Union vor

Die neue Komissionschefin der Afrikanischen Union: Nkosazana Dlamini-Zuma

Die neue Komissionschefin der Afrikanischen Union: Nkosazana Dlamini-Zuma

Erstmals wird die Afrikanische Union (AU) von einer Frau geführt. Südafrikas Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma setzte sich auf dem AU-Gipfel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am Sonntagabend gegen Amtsinhaber Jean Ping durch.

Dlamini-Zuma wurde im vierten Wahlgang an die Spitze der Kommission des Staatenbundes gewählt. In drei Wahlgängen lag die 63-Jährige jeweils vor dem Gabuner Ping, der seit 2008 Präsident der Kommission war. Sie konnte aber nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit von 34 Ländern hinter sich bringen.

Nach dem dritten Wahlgang zog sich Ping schliesslich zurück, beim vierten Wahlgang erhielt Dlamini-Zuma dann die Zustimmung von 37 Staaten, also drei mehr als notwendig. Bereits im Januar hatten Dlamini-Zuma und Ping ohne Ergebnis um die Präsidentschaft gerungen.

Die nunmehr erfolgte Wahl von Dlamini-Zuma zur Kommissionschefin für vier Jahre wurde von vielen Gipfelteilnehmern mit Erleichterung registriert. "Afrika ist zurück", sagte Benins Präsident Boni Yayi: "Es ist ein grosser Tag für den afrikanischen Kontinent, es gibt keine Sieger und keine Verlierer." Afrika spreche mit einer Stimme.

Die Wahl sei "gut für Afrika" sagte auch Südafrikas Präsident Jacob Zuma, der Ex-Gatte von Dlamini-Zuma. Die 63-Jährige selbst betonte die Bedeutung ihrer Wahl für die Emanzipation der Frauen in Afrika: "Es ist wichtig, dass Frauen sich für solche Positionen bewerben. ... Frauen müssen standhaft bleiben, bis sie gewinnen."

Spitzentreffen stimmt optimistisch

Zum Abschluss der Konferenz ging es am Montag in nicht öffentlichen Sitzungen nach Aussagen von Diplomaten vor allem um die weitere wirtschaftliche Integration des Kontinents sowie die Krisengebiete Afrikas. Die AU will möglichst umgehend in Mali und in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) intervenieren.

Bei den Friedensbemühungen gab es auch erste Ergebnisse. Der Sudan und der Südsudan wollen ihren Konflikt über Öl und Grenzziehung friedlich beilegen. Dies hatten die Präsidenten Omar al-Baschir und Salva Kiir bei ihrem Treffen am Rande des AU-Gipfels betont.

Beide Länder hätten versichert, "nie wieder Differenzen mit Gewalt lösen zu wollen und gegenseitig die Souveränität und territoriale Integrität anzuerkennen", sagte der Vorsitzende der AU-Kommission für Frieden und Sicherheit, Ramtane Lamamra.

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