Bis Einbruch der Dunkelheit überflogen fünf Suchflugzeuge das 23'000 Quadratkilometer Seegebiet, wie die australische Behörde für Seesicherheit (Amsa) mitteilte. Statt sich wie ursprünglich geplant auf den Radar zu verlassen, suchten "erfahrene Beobachter" die Meeresoberfläche mit ihren Augen ab, sagte Amsa-Vertreter John Young.

Nach seinen Angaben müssen für diese mühselige Aufgabe weitere Flugzeuge abgestellt werden. Wegen der weiten Entfernung zum Festland bleiben den Maschinen nur jeweils zwei Stunden Zeit zur Suche. Schlechtes Wetter, hohe Wellen und starke Strömungen erschweren zusätzlich die Aufgabe.

An der Aktion beteiligen sich inzwischen auch zwei Handelsschiffe. Das australische Bergungsschiff "HMAS Success" ist dagegen immer noch Tage von dem entlegenen Seegebiet entfernt.

Mögliche Wrackteile entdeckt

Zur Verstärkung schickt nun auch China sieben Marine- und Rettungsschiffe in die Region. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua soll sich zudem "so bald wie möglich" der chinesische Eisbrecher "Xuelong" ("Schneedrache") beteiligen, der im westaustralischen Fremantle vor Anker liegt.

Australiens Behörden hatten am Donnerstag auf Satellitenbildern zwei mögliche Wrackteile im Indischen Ozean entdeckt, davon eines mit einer Grösse von 24 Metern. Laut Amsa befanden sich die beiden Objekte zum Zeitpunkt der Satellitenaufnahmen am Montag rund 2500 Kilometer südwestlich von Perth, jedoch könnte die Strömung sie schon deutlich weiter getrieben haben.

Vorwürfe aus China

Für chinesische Angehörige - fast zwei Drittel der Passagiere des verschollenen Flugzeugs sind Chinesen - wurde in Peking ein erstes Treffen mit malaysischen Regierungs- und Militärvertretern organisiert. Dabei zeigte sich erneut, wie sehr bei den Menschen nach zwei Wochen Ungewissheit die Nerven bloss liegen.

"Sie haben so viel Zeit verschwendet", rief ein Mann der Delegation mit brüchiger Stimme zu. Andere warfen den malaysischen Vertretern vor, wichtige Informationen zurückzuhalten.

Auch Chinas Präsident Xi Jinping sei "am Boden zerstört", sagte der australische Premierminister Tony Abbott nach einem Telefongespräch beider Politiker. Er wies zudem Vorwürfe zurück, mit der Information über den möglichen Fund von Wrackteilen zu früh an die Öffentlichkeit gegangen zu sein.

Die Angehörigen hätten ein Recht darauf, dass das "Rätsel" um Flug MH370 gelöst werde, sagte Abbott. "Wir schulden ihnen auch, Informationen weiterzugeben, sobald diese vorliegen."

Viele Fragezeichen

Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Später stellte sich heraus, dass die Maschine noch stundenlang mit geänderter Route weitergeflogen sein muss, während die Kommunikationssysteme an Bord offenbar von Hand abgeschaltet wurden.

Bislang haben Experten drei Erklärungen für das mysteriöse Verschwinden von Flug MH370: Entführung, Sabotage durch die Piloten oder eine Katastrophe wie etwa ein Brand, der Crew und Passagiere ausser Gefecht setzte - die Maschine könnte per Autopilot weitergeflogen sein, bis ihr der Treibstoff ausging.