"Wir erwarten, dass tief liegende Gebiete erneut überschwemmt werden", sagte Zivilschutzchef Benito Ramos. Es müsse auch mit Springfluten und Erdrutschen gerechnet werden. Die Rettungskräfte seien bereits in der Region und die Bevölkerung vorgewarnt.

"Bopha" hatte am Dienstag vor allem auf der südlichen Insel Mindanao schwere Zerstörungen angerichtet. Nach offiziellen Angaben kamen dabei mindestens 548 Menschen ums Leben.

Laut der Behörde für Katastrophenschutz wurden noch 827 Menschen vermisst. Fast 180'000 Menschen hielten sich noch immer in überfüllten Notunterkünften auf. Ramos sagte, die hohe Opferzahl durch "Bopha" im Süden habe die Bewohner des Nordens wachsamer gemacht.

Plünderungen auf Mindanao

Im Osten von Mindanao hatten inzwischen verzweifelte Überlebende des Taifuns "Bopha" Lebensmittelmärkte und andere Geschäfte geplündert. Die Plünderungen fanden im Küstenort Cateel statt, der beim ersten Durchzug von "Bopha" besonders getroffen wurde.

Die Lebensmittelhilfen hätten sich derart verzögert, dass die Anwohner auf der Suche nach Nahrung in jedes Haus eindrangen, das der Sturm übrig liess, sagte am Samstag ein Behördenmitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP.

In Cateel und umliegenden Küstenorten wurden nach Behördenangaben 97 Prozent aller Gebäude zerstört oder abgedeckt. Infolge von Erdrutschen seien rund 150'000 Menschen mindestens drei Tage isoliert worden. Am Donnerstag erreichte ein Marine-Schiff mit 31 Tonnen Hilfsmaterial an Bord die Stadt Baganga, rund 40 Kilometer südlich von Cateel.