Italien

Studenten belagern Schiefen Turm von Pisa und Kolosseum

In Florenz gerieten Studenten und Polizisten aneinander

In Florenz gerieten Studenten und Polizisten aneinander

In Italien sind am Donnerstag erneut Studenten, Schüler und Professoren aus Protest gegen geplante Sparmassnahmen bei den Hochschulen auf die Strasse gegangen. Auf dem Campus der Universität Florenz kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Polizei.

Mindestens ein Student wurde dabei verletzt, wie italienische Medien berichteten. In Pisa lösten sich einige Dutzende Menschen von einem grossen Protestzug und stürmten vor verblüfften Touristen den Schiefen Turm von Pisa. Von der Spitze des Turms aus rollten sie ein Spruchband mit dem Slogan "Nein zur Universitätsreform" aus.

Tausende Studenten demonstrierten auch in Rom. Mehrere Demonstranten drangen ins Kolosseum ein, rollten Slogans gegen die Reform aus und warfen rote Rauchbomben. "Wir sind die wahren Löwen!", war auf einem Transparent zu lesen.

Die Polizei ergriff in der Hauptstadt strengste Sicherheitsvorkehrungen um Ausschreitungen zu verhindern. Am Mittwoch war es einigen Jugendlichen gelungen, in das Senatsgebäude einzudringen.

Widerstand im Parlament

Die Studenten demonstrierten am Donnerstag auch vor der Abgeordnetenkammer, in der die Reform diskutiert wurde. Die gespaltene Regierungskoalition um Ministerpräsident Silvio Berlusconi stösst im Parlament auf zunehmende Schwierigkeiten mit der Reform.

Bei einem Votum über einige Artikel der Reform erlitt die Regierung Berlusconi eine Niederlage, da die Rechtsfraktion um den Präsidenten der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini mit der Opposition stimmte. Dabei hatte Berlusconi gehofft, die Reform noch am Donnerstag in der grossen Parlamentskammer durchzubringen.

Weitere Kundgebungen geplant

Die Bildungsreform sieht für das kommende Jahr Kürzungen von 700 Millionen Euro allein für die Hochschulen vor. Zahlreiche Stellen sollen nicht wieder besetzt werden.

2008 war bereits eine umstrittene Schulreform verabschiedet worden, die den Abbau von bis zu 130'000 Lehrer- und Verwaltungsstellen im Schulwesen bis Ende 2012 vorsieht.

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