Griechenland

Streiks gegen Sparmassnahmen führen zu Verkehrschaos in Athen

In Athen herrscht ein Verkehrschaos wegen der Streiks

In Athen herrscht ein Verkehrschaos wegen der Streiks

In der griechischen Hauptstadt Athen haben Streiks gegen die Sparmassnahmen der Regierung am Donnerstag für Chaos gesorgt. Neben den Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr legten auch Taxifahrer und Fluglotsen ihre Arbeit nieder.

Die Bevölkerung musste auf Autos zurückgreifen, so dass sich in der Stadt kilometerlange Staus bildeten. Lehrer und städtische Angestellte legten ebenfalls die Arbeit nieder. Vor dem Haus von Regierungschef Giorgos Papandreou versammelten sich 150 Studenten, um gegen eine umstrittene Bildungsreform zu protestieren.

Die Regierung hatte ihre Sparpläne am Mittwochabend mit der Ankündigung weiterer Rentenkürzungen und Eingriffe beim öffentlichen Dienst erneut verschärft. "Wir tolerieren diese Politik nicht, wir wollen sie nicht", sagte der Präsident der Gewerkschaft GSEE, Yannis Panagopoulos, im griechischen Fernsehen.

Situation "extrem kritisch"

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagte, die Situation sei "extrem kritisch". "Es herrscht grosse Nervosität in der Eurozone, dem europäischen Bankensystem und der Weltwirtschaft", sagte er. Seine Regierung wolle eine Wiederholung einer Krise wie in Argentinien 2000 verhindern.

Venizelos hatte am Mittwoch vor dem Parlament gesagt, die Regierung werde "alles" tun, um in der Eurozone zu bleiben. Unter dem Druck der internationalen Kreditgeber hatte die Regierung am Mittwochabend weitere Sparmassnahmen angekündigt.

Noch härtere Sparmassnahmen

Demnach sollen die Renten von mehr als 1200 Euro im Monat um 20 Prozent gekürzt und das steuerfreie Einkommen von 8000 auf 5000 Euro gesenkt werden. 30'000 Angestellte des öffentlichen Dienstes sollen bis zum Ende des Jahres in Kurzarbeit geschickt werden. Ursprünglich hätten es 20'000 Angestellte sein sollen.

Mit der Verschärfung der Sparmassnahmen für 2011 und 2012 will die Regierung die Auflagen der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von acht Milliarden Euro erfüllen.

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