Affäre Strauss-Kahn

Strauss-Kahn will sich in den nächsten zwei Wochen zu Wort melden

Dominique Strauss-Kahn (Archiv)

Dominique Strauss-Kahn (Archiv)

Der knapp vier Monate nach seiner spektakulären Festnahme in New York nach Frankreich zurückgekehrte frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn will sich in Kürze zu Wort melden.

Strauss-Kahn werde sich "innerhalb von zwei Wochen" äussern, sagte am Montag eine Sprecherin des einstigen Hoffnungsträgers der Sozialistischen Partei (PS). In Frankreich ging derweil die Debatte über die künftige Rolle des 62-Jährigen weiter.

Die auch am Montag weiter vor Strauss-Kahns Pariser Wohnung ausharrenden Reporter bat Strauss-Kahn-Sprecherin Anne Hommel, den 62-Jährigen und seine Familie "in Ruhe zu lassen". Die Rückkehr des ehemaligen Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF) und seiner Frau Anne Sinclair aus den USA hatte am Sonntag für grosses Aufsehen gesorgt.

Zahlreiche Journalisten und Kameraleute warteten auf dem Pariser Flughafen Roissy auf das Paar, andere belagerten dessen Wohnung am eleganten Place des Vosges, einer der Top-Adressen der Pariser Hauptstadt.

Unterschiedliche Reaktionen

Nach der Ankunft des Politikers, dem in den USA weiter ein Zivilprozess wegen versuchter Vergewaltigung droht, gab es unterschiedliche Reaktionen. Strauss-Kahns Parteifreund François Hollande stärkte dem 62-Jährigen öffentlich den Rücken.

"Er gehört zu den Stimmen, die man hören will", sagte der ehemalige Chef der PS am Sonntagabend in einer Radiodebatte. Andere PS-Spitzenpolitiker äusserten sich zurückhaltender. Parteisprecher Benoît Hamon sagte, die Rückkehr Strauss-Kahns ändere nichts für die PS.

Bis zu den inzwischen eingestellten strafrechtlichen Ermittlungen in New York waren Strauss-Kahn die besten Chancen eingeräumt worden, bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr den derzeitigen Staatschef Nicolas Sarkozy zu schlagen. Nun soll in einem parteiinternen Auswahlverfahren ein anderer Kandidat bestimmt werden. Als aussichtsreichste Bewerber gelten derzeit Hollande und Parteichefin Martine Aubry, Bürgermeisterin der nordfranzösischen Stadt Lille. Die Entscheidung wird im Oktober erwartet.

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