Japan

Strahlenwerte steigen dramatisch an – Warnungen vor starken Nachbeben

Auch an Tag Vier der Katastrophe in Japan besteht Panik vor einer möglichen Kernschmelze. Inzwischen erweisen sich die Rettungsaktionen als nur sehr schwer durchführbar.

16:56 Strahlenbelastung doppelt so hoch wie bisheriger Höchststand Dies berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo in einer Eilmeldung in Berufung auf die Betreibergesellschaft von AKW Fukushima I, die Tepco.

16:22 Videointerview mit Anton Treier vom Nuklearsicherheitsinspektorat

«Das Fluten der Reaktorgebäude ist die letzte mögliche Massnahme», sagt Anton Treier vom Nuklearsicherheitsinspektorat.

«Das Fluten der Reaktorgebäude ist die letzte mögliche Massnahme», sagt Anton Treier vom Nuklearsicherheitsinspektorat.

15:58 Sieben AKW-Angestellte verletzt Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet in Berufung auf die AKW-Betreibergesellschaft Tepco, dass bei der Explosion in Reaktor drei von Fukushima I sieben Arbeiter verletzt, fünf von ihnen verstrahlt wurden.

15:38 27 Schweizer Spezialisten in Japan Eine Gruppe von 23 Spezialisten ist in der Nacht auf Montag von Tokio kommend in Tome (100 km nördlich der stark betroffenen Stadt Sendai) eingetroffen. Zu ihm gehören ein Strahlenschutzexperte sowie Hundeführer mit neun Suchhunden. In Tome schlug das Team zusammen mit dem Deutschen Technischen Hilfswerk eine Basis auf. Sein Auftrag ist es, mit Hilfe von Suchhunden und Ortungsgeräten nach verschütteten Personen zu suchen. Wegen einer Tsunami-Warnung konnte es die Arbeit am Montag aber noch nicht aufnehmen. Am Dienstagmorgen will das Suchteam aber ausrücken. Eine andere Gruppe von vier Experten für die Abklärung der Bedürfnisse und das Einleiten von allfälligen Soforthilfemassnahmen wartet noch in Tokio auf die offizielle Bewilligung, sich ins Schadengebiet verschieben zu können.

15:24 Run auf Sicherheitsmassnahmen in Europa In Finnland wird eine starke Zunahme der Verkäufe von Iod-Tabletten verzeichnet, berichtet AFP. Derweil schreibt Spiegel Online, in Deutschland seien die Verkäufe der rund 300 bis 500 Euro teuren Geräte zur Messung nuklearer Strahlung explodiert. Behörden betonen, es gäbe in Europa keinen Grund zur Sorge.

15:15 Lage der 17 japanischen Atomkraftwerke Eine vom International Nuclear Safety Center publizierte Karte gibt Aufschluss über die Standorte der japanischen sowie dreier südkoreanischer Atomkraftwerke:

Japanische Atomkraftwerke

Japanische Atomkraftwerke

15:13 Nukleare Wolke über Pazifik Die nukleare Wolke, die vom Flugzeugträger Ronald Reagan durchquert wurde, könnte je nach Wetterverlauf von Winden über das Festland getrieben werden, entsprechend gross die Angst in der Bevölkerung. So rechnet CNN bereits für morgen mit einem Wetterwechsel, der Nordwinde nach Japan ziehen lassen könnte, was nicht ungefährlich scheint: Die beschädigten AKWs Fukushima und Onagawa liegen beide nur wenig mehr als hundert Kilometer nördlich von der Millionenstadt Tokio.

15:08 Angst vor Nachbeben Rund um Sendai und Osaka rechnen Erdbeben-Warndienste für Donnerstag und Freitag mit Nachbeben der Stärke 6 bis 6,5.

15:06 Russland bietet Hand bei Energiengpass Der stellvertretende Ministerpräsident Igor Setschin sagt vor Medien, Japan habe Russland um Energiehilfe gebeten. Sein Land könne voraussichtlich rund 200 000 Tonnen Flüssiggas als Stütze liefern sowie 6000 Megawatt Strom nach Japan umleiten.

14:46 Satellitenbilder der Katastrophe Die «New York Times» hat mehrere Bilder veröffentlicht, die betroffene Gebiete vor und nach der Katastrophe zeigen.

14:23 Schweizer Rettungsteam blockiert Das Schweizer Rettungsteam ist zwar an seinem Einsatzort, kann wegen einer Tsunami-Warnung aber seine Arbeit nicht aufnehmen, berichtet der «Tages Anzeiger» auf seiner Webseite.

14:03 Ölpreise fallen wegen Erdbeben Wie von Experten angekündigt, sind die Ölpreise heute deutlich gefallen. So kostet die Nordseesorte Brent pro Fass noch 112,68 Dollar und damit 1,17 Dollar weniger als am Freitag.

13:57 Hautnah-Szenen aus Kesennuma Diese Amateuraufnahmen von Einwohnern Kesennumas geben eine ungefähre Vorstellung davon, wie es sich angefühlt haben muss, als der Tsunami durch die Stadt zog und sie verwüstete. Die Stadt im Nordosten Japans zählt 74 000 Einwohner.

Bilder aus Kesennuma

13:10 SMS-Scherz versetzt Philippinen in Panik Ein SMS, das angeblich von einem angesehenen Fernsehsender verschickt worden ist, fordert die Bevölkerung der Philippinen dazu auf, in den nächsten 24 Stunden zu Hause zu bleiben, weil eine radioaktive Wolke auf das Land zuschwebe, berichtet die deutsche Nachrichtenagentur dpa. Die Behörden dementierten zwar umgehend, dennoch beschlossen einige Universitäten, die Studenten nach sich häufenden Anrufen besorgter Eltern, nach Hause zu lassen.

12:49 Amerikanische Soldaten kontaminiert 17 Navy-Soldaten sind gemäss der «New York Daily News» radioaktiv verseucht worden, als sie in drei Helikoptern Versorgungsflüge auf das japanische Festland unternahmen. Ihr Helikopterträger fuhr zuvor versehentlich durch eine radioaktive Wolke aus dem Kernkraftwerk Fukushima. Die Soldaten und ihre Helikopter seien dekontaminiert worden. Die USA haben ihre Schiffe inzwischen in sicherere Gewässer umgeleitet.

12:42 500 000 Flüchtlinge ohne richtige Unterkunft Ohne Wasser, Strom und Heizung haben bei winterlichen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt Millionen mittlerweile drei Nächte verbracht. 500 000 Menschen mussten ihr zu Hause verlassen.

12:28 Brennstäbe ungekühlt In einer Eilmeldung berichtet Spiegel Online, gemäss der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo seien die Brennstäbe im Komplex zwei des Kernkraftwerks Fukushima ohne Kühlwasser und zur Zeit komplett ungekühlt.

12:25 Schnee erwartet Auch das noch: Ausgerechnet jetzt drohen die Wetterfronten über Japan zu wechseln. Für die nächsten drei Tage werden kalte Winde aus dem Norden erwartet, die bei Temperaturen von bis zu minus zwei Grad Schnee bringen könnten.

11:55 «Grösste Mobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg» Jon Snow von Channel 4 twittert: «Grösste Mobilisierung von japanischen Einsatzkräften seit dem Zweiten Weltkrieg: 100 000 sind in Bewegung.» Die Rettungsmission sei «fantastisch», kein Selbstmitleid sei zu sehen.

11:50 Nationalbank stützt Wirtschaft mit 182 Milliarden Dollar Die Rekordsumme soll einen Zusammenbruch der Wirtschaft verhindern. Das reiche allerdings noch nicht, erklärt Seijiro Takeshita, Direktor der Mizuho financial Group gegenüber der BBC: «Es wird noch mehr brauchen».

11:30 Toyota und weitere Firmen stoppen Produktion Die Aktie Toyotas stürzte nach Bekanntgabe der Produktionsstopps geradezu ab. Bis mindestens Mittwoch stehen drei Werke still. Was für Verspätungen das bei den Lieferungen zur Folge hat, ist noch unklar. Einige ausländische Firmen lassen ihre Angestellten in Japan evakuieren.

11:29 Leuthard stoppt AKW-Verfahren Bundesrätin Doris Leuthard hat die laufenden Verfahren bei den Rahmenbewilligungsgesuchen für neue Atomkraftwerke in der Schweiz sistiert. Das Eidgenössische Nuklear- Sicherheits-Inspektorat (ENSI) leitet bei allen bestehenden AKW eine vorzeitige Sicherheitsüberprüfung ein, wie Leuthards UVEK mitteilte.

11:15 Öffentlicher Verkehr fast vollständig lahmgelegt In Tokio verkehren nur noch zehn Prozent aller Linien des öffentlichen Verkehrs. Menschen stehen bis in die Bahnhofshallen an, um einen Platz in einem der wenigen Züge zu ergattern. Wegen der massiven Probleme in zwei Kernkraftwerken gibt es Probleme bei der Stromversorgung, weswegen die staatliche Energiebehörde kontrollierte Blackouts anordnet, die die Stromversorgung garantieren sollen.

11:08 Bilder der dritten Explosion im AKW Fukushima Nach dem Reaktor 2 sind heute auch Teile des Reaktors 3 in einer Wasserstoffexplosion hochgegangen. Drei der sechs Reaktoren von Fukushima haben nun ernsthafte Sicherheitsprobleme. Weil Teile der Kühlung ausgefallen sind, müssen die Reaktoren mit Meerwasser gekühlt werden. Das führt zu Druckproblemen, die die Explosionen auslösen. Nach Angaben der Behörden gibt es keine erhöhte Radioaktivität in der Umgebung des Kraftwerks.

Wasserstoffexplosion in Reaktor 3

10:56 Japan um 2,4 Meter verschoben Das fünftgrösste je gemessene Erdbeben hat nach Informationen der US-Geologiebehörde USGS das gesamte Japan um rund 2,4 Meter verschoben. Dies stellten die Forscher mit Hilfe der Auswertung der Daten von GPS-Stationen fest. Ausserdem führte das Erdbeben zu einer Beschleunigung der Erdrotation die einen Tag um 1,8 Mikrosekunden kürzer macht.

10:31 Angst vor einem zweiten Tschernobyl Das Kernkraftwerk Fukushima bereitet Behörden und Bevölkerung nach wie vor Sorgen. Inzwischen werden zwei Reaktoren mit Hilfe von Meerwasser gekühlt, um einer Kernschmelze vorzubeugen. Verschiedene Behörden gehen allerdings davon aus, dass eine teilweise Schmelze bereits stattgefunden haben könnte; sie fanden entsprechende Hinweise in der Umgebung des Kraftwerks. Eine Katastrophe wie sie sich in Tschernobyl zugetragen hat, schliessen die japanischen Aufsichtsbehörden allerdings aus.

Explosion im AKW Fukushima am Sonntag (Screenshot BBC)

Explosion im AKW Fukushima am Sonntag (Screenshot BBC)

10:27 Polizei erhöht Zahl der Opfer auf 5000 Inzwischen ist die offizielle Zahl der Todesopfer auf 5000 gestiegen. Allerdings werden noch mehrere zehntausend Menschen vermisst – die tatsächliche Zahl der Opfer könnte also um ein vielfaches höher sein.

10:25 Iwate fordert im ganzen Land Särge an Die schwer betroffene Präfektur Iwate hat nach eigenen Angaben nicht genug Särge und Leichensäcke und bittet deshalb Bestattungsunternehmen im ganzen Land darum, entsprechende Materialien zu schicken.

10:23 Schwieriges Vordringen in das Katastrophengebiet Die meisten Helfer schafften es nur via Helikopter ins von der Katastrophe am stärksten betroffene Gebiet im Nordosten des Landes, berichtet die BBC. Zusätzliche Schwierigkeiten würde die unsichere Versorgungslage mit Strom bringen, die von den Explosionen in zwei Atomkraftwerken herrührt.

10:19 Bilder vom Eintreffen des Tsunamis Mit voller Wucht trifft der Tsunami das Festland, zerstört reihenweise Schiffe und Autos und reisst alles mit, das nicht niet und nagelfest ist:

Der Tsunami trifft auf das japanische Festland

Der Tsunami trifft auf das Festland

10:15 Swiss ändert Flugplan zwischen Tokio und Zürich Neu startet jeweils um 18 Uhr eine Maschine auf dem Flughafen Zürich. Ein Zwischenstopp ist in Hongkong vorgesehen, wie die Swiss am Montag mitteilte. Dank der Zwischenlandung sei es möglich, kurzfristig auf Veränderungen zu reagieren, sagt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. Die Swiss ist die einzige Fluggesellschaft, die unter normalen Umständen Tokio ohne Zwischenlandung anfliegt. (sda)

10:11 Eiskunstlauf-WM in Tokio abgesagt «Angesichts der katastrophalen Ereignisse in Japan haben wir in Absprache mit den japanischen Behörden und dem japanischen Verband festgestellt, dass eine planmäßige Durchführung der WM in Tokio derzeit nicht möglich ist», schreibt die internationale Eislauf-Union in einem Statement.

07:46 China baut Atomkraft massiv aus Ungeachtet der Atomkatastrophe in Japan hat Chinas Volkskongress am Montag mit dem neuen Fünf-Jahres-Plan einen massiven Ausbau der Kernenergie beschlossen. Bis 2015 soll mit dem Bau von weiteren 40 Gigawatt an Kapazitäten begonnen werden. Bis 2020 sollen die gegenwärtigen Atomkapazitäten sogar verachtfacht werden, berichten chinesische Staatsmedien. Im Moment hat China 13 Atomreaktoren mit einer installierten Kapazität von 10,8 Gigawatt in Betrieb. (sda)

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