Die Zahl sank von mehr als 12 Millionen im Jahr 1990 auf 7,6 Millionen zurück. Im vergangenen Jahr seien täglich fast 21'000 Kinder unter fünf Jahren gestorben, das seien rund 12'000 weniger als 1990. Dies entspreche einem Rückgang um 35 Prozent in 20 Jahren.

Gründe für diese Entwicklung gebe es viele. Dazu zählten der verbesserte Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und Präventivmassnahmen wie Impfungen.

Selbst in der bitter armen Sub-Sahara auf dem afrikanischen Kontinent sei die Kindersterblichkeit seit 1990 halbiert worden, hiess es weiter. Das beweise, dass selbst in den ärmsten Regionen Fortschritte möglich seien, sagte UNICEF-Exekutivdirektor Anthony Lake.

Mehr Anstrengungen nötig

Gleichwohl müssten weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Kindersterblichkeit gemäss der Millenniumserklärung von 1990 weiter zu senken, sagten die beiden Organisationen. Damals hatten sich 189 Staats- und Regierungschefs das Ziel gesetzt, die Sterblichkeitsrate von unter fünfjährigen Kindern bis 2015 um zwei Drittel zu senken.

"Nur wenn wir in die am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen investieren, können wir schneller und kostenwirksamer mehr Kinderleben retten", sagte Lake.

Das Risiko für Kinder, an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten zu sterben, sei in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara am höchsten, erklärte UNICEF. Trotz "beachtlicher Fortschritte" sterbe in der Region immer noch jedes achte Kind unter fünf Jahren.

Appell an Regierungen

In Südasien erlebe jedes 15. Kind seinen fünften Geburtstag nicht. UNICEF nannte die vier Hauptursachen: Lungenentzündung (18 Prozent), Durchfallerkrankungen (15 Prozent), Frühgeburtskomplikationen (12 Prozent) und Erstickungstod bei Geburt (9 Prozent). "Jeder dritte Todesfall bei Kindern hängt mit chronischer und akuter Unterernährung zusammen", erklärte die Organisation.

UNICEF rief die Regierungen auf, sich gezielt für eine bessere Grundversorgung für die am stärksten benachteiligten Familien einzusetzen.