Dort war Schleyer am 5. September 1977 entführt sowie sein Fahrer und drei Polizisten erschossen worden. Schleyers Entführung durch vier RAF-Terroristen war der Auftakt einer Zeit, die später als "Deutscher Herbst" in die Geschichte einging. Sie markierte den Höhepunkt der Konfrontation zwischen RAF und westdeutschem Staat.

Es folgten die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" in Somalias Hauptstadt Mogadischu und die Suizide von drei führenden RAF-Terroristen, bevor Schleyers Leiche am 19. Oktober 1977 im französischen Mülhausen gefunden wurde.

Der scheidende Grünen-Bundestagsabgeordnete und ehemalige RAF-Anwalt Hans-Christian Ströbele sieht Parallelen zwischen den staatlichen Reaktionen auf die RAF und den islamistischen Terrorismus. "Damals wurden viele Gesetze gemacht, obwohl der Nutzen für die Fahndung und die Gefahrenabwehr gleich null ist", sagte Ströbele der "Berliner Zeitung" vom Dienstag.

Das sei heute "genauso, mit den Gesetzen soll nur der Bevölkerung signalisiert werden - wir tun was." Nach seiner Einschätzung sei das "eher noch schlimmer geworden", fügte Ströbele hinzu. So werde etwa mit der Fussfessel Sicherheit vorgegaukelt. Die Eskalation des Deutschen Herbsts vor 40 Jahren hätte sich nach Ströbeles Auffassung verhindern lassen, etwa durch Verhandlungen.