Eine Niederlage der Regierung aus Konservativen und Liberalen gilt als sicher, obwohl die Konservativen nach letzten Umfragen vor der Wahl stärkste Partei werden könnten. Die Piratenpartei kann demnach mit starken Zugewinnen rechnen.

Mit Protesten hatten Islands Bürger im April bewirkt, dass die Wahl um ein halbes Jahr vorgezogen wurde. Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson war zuvor durch die Enthüllungen der "Panama Papers" in die Kritik geraten und hatte zurücktreten müssen. Wirtschaftskrise und der Zusammenbruch der Banken 2008 hatten zuvor schon das Vertrauen in die politischen Institutionen des Landes zerstört.

Im April dieses Jahres waren die Isländer erneut auf die Strasse gegangen, nachdem der Name von Gunnlaugsson in den "Panama Papers" aufgetaucht war. Die nach Einschätzung der Polizei grössten Proteste in der Geschichte Islands zwangen ihn zum Rücktritt und sorgten für frühzeitige Neuwahlen.

Gunnlaugsson soll Millionen in einer Offshore-Firma versteckt und auch auf der Gläubigerliste der Krisenbanken gestanden haben.

Bei der Abstimmung droht der Mitte-Rechts-Regierung aus Konservativen und Liberalen eine Niederlage. Da allerdings auch die Opposition keine Mehrheit schaffen dürfte, könnten sich die Verhandlungen über eine neue Regierung nach der Wahl sehr lange hinziehen.