Malawi

Staatschefin annulliert Präsidentschaftswahl in Malawi

Malawis Noch-Präsidentin Joyce Banda (Archiv)

Malawis Noch-Präsidentin Joyce Banda (Archiv)

Die Staatschefin im südostafrikanischen Malawi, Joyce Banda, hat die Präsidentschaftswahl für «null und nichtig» erklärt. Banda begründete die Annullierung am Samstag im Radio mit «schwerwiegenden Unregelmässigkeiten» bei der Wahl am Dienstag.

Der Urnengang solle in 90 Tagen wiederholt werden, kündigte Banda an. Sie werde dann nicht mehr antreten. Zur Begründung der Annullierung der Wahl sagte Banda weiter, Wähler hätten mehrfach ihre Stimme abgegeben, Wahlurnen seien manipuliert worden und das computergestützte Programm zur Stimmenauszählung sei zusammengebrochen.

Wenige Stunden zuvor hatte die Wahlkommission erste Teilergebnisse bekannt gegeben, wonach Banda deutlich hinter ihrem stärksten Rivalen Peter Mutharika lag. Nach Auszählung von etwa 30 Prozent der Stimmen erhielt Banda nur 23 Prozent, Mutharika kam dagegen auf 42 Prozent.

Staatschefin Banda musste sich zum ersten Mal der Wahl stellen. Die frühere Vizepräsidentin hatte im Jahr 2012 nach dem Tod von Präsident Bingu wa Mutharika dessen Posten übernommen. Dessen Bruder Peter Mutharika kandidierte nun für das höchste Staatsamt.

An Beliebtheit verloren

Die nach Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf zweite afrikanische Staatschefin war als Favoritin in die Wahl gegangen, doch Korruptionsskandale, in die auch ihre Regierung involviert war, liessen sie in der Wählergunst sinken. Auch wirtschaftspolitische Massnahmen, die zu Preiserhöhungen führten, kosteten Zustimmung.

Rund 7,5 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, unter zwölf Kandidierenden den neuen Präsidenten auszuwählen. Alle Kandidaten versprachen Wirtschaftsreformen und Jobs für das Land, in dem die Hälfte der 15 Millionen Einwohner von weniger als einem Dollar am Tag lebt.

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