Molins eröffnete ein Verfahren wegen Mordes und Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und beantragte Untersuchungshaft für den 35-Jährigen. Molins berichtete am Dienstag in Paris auch, dass der Verdächtige in regelmässigem Kontakt mit einem Bekannten in Syrien gestanden habe.

Der Mann war am Freitag auf dem Gelände eines Werks für Industriegase in Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon beim Versuch überwältigt worden, eine Explosion herbeizuführen. Zuvor hatte er seinen Chef getötet und enthauptet, wie er den Ermittlern gestand.

Religiösen Hintergrund geleugnet

Er leugnete nach Angaben Molins jedoch einen religiösen Hintergrund und begründete die Tat mit einem Konflikt mit seinem Vorgesetzten und Problemen in seiner Ehe. "Ihm zufolge waren die Motive rein persönlich und seine Tat kein Terrorakt", sagte Molins.

Dies passt nach den Worten des Staatsanwalts jedoch nicht zur Inszenierung des mutmasslichen Täters, der zwei Fahnen mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis dabei hatte. Zudem erinnere die Enthauptung an das Vorgehen des IS.

Der Versuch einer Explosion ähnele zudem einer "Märtyrer-Operation". Auch zwei Fotos der Leiche, die der Verdächtige an den Bekannten in Syrien geschickt habe, sprächen gegen rein persönliche Motive.

Der Bekannte habe nach dem Anschlag zudem in einer Diskussion im Kurzmitteilungsdienst WhatsApp berichtet, er sei einer der Gründe für das, was der 35-Jährige getan habe. Zudem habe er den IS um Erlaubnis gebeten, die Fotos zu verbreiten.

Auf Nachfrage sagte Molins, es sei aber noch zu früh, den im Herbst 2014 aus Frankreich nach Syrien gereisten Mann als Auftraggeber der Tat einzustufen. Der Ermittler sagte, der Tatverdächtige sei 2009 auch für ein Jahr mit seiner Familie nach Syrien gereist und habe Kontakte in salafistischen Kreisen gehabt.