Justiz

Staatlicher Organhandel: Räuberin kommt frei, weil sie ihre Niere spendet

Die beiden Schwestern Gladys (l.) und Jamie Scott (Archiv)

Die beiden Schwestern Gladys (l.) und Jamie Scott (Archiv)

Nach 16 Jahren sind im US-Staat Mississippi zwei Schwestern aus dem Gefängnis freigekommen - unter der Bedingung, dass eine der anderen eine Niere spendet. Die beiden waren nach einem gemeinsam Raubüberfall zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Jamie und Gladys Scott fuhren am Freitag vom Gelände der Haftanstalt und winkten den wartenden Reportern zu. Gouverneur Haley Barbour begnadigte sie, allerdings muss die 38-jährige Gladys nun innerhalb von einem Jahr ihrer kranken Schwester eine Niere spenden.

Die 36 Jahre alte Jamie Scott ist auf eine Dialyse angewiesen, die den Staat nach Angaben der Behörden pro Jahr 200 000 Dollar kostet. Gladys Scott hatte in ihrer Petition angeboten, ihrer Schwester im Gegenzug für eine vorzeitige Freilassung eine Niere zu spenden.

Trotzdem ist die Verknüpfung der Organspende mit der Begnadigung umstritten. Kritiker erklärten, es handele sich um eine Form des Organhandelns, die verboten sei. Ausserdem ist nicht klar, was mit Gladys passiert, wenn ihre Schwester ihr Gewebe nicht verträgt.

Dass ein Gouverneur Strafgefangenen bei der Begnadigung Auflagen macht, ist in den USA gängige Praxis. Auch ungewöhnliche Auflagen, wie etwa den Staat zu verlassen und nie wieder zurückzukehren gab es bereits.

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