"Er war wegen Hassreden gemeldet worden. Die Behörden sind vor den Anschlägen auf ihn aufmerksam geworden", sagte der Geheimdienstchef. "Die Polizei hätte ihn zumindest vernehmen können." Die Anschläge hätten durch eine Festnahme von Zahran Hashim verhindert werden können.

Die Behörden wurden vor zwei Jahren auf Hashim aufmerksam, als dieser mit einer gemässigten Muslimgruppe in seinem Heimatdorf im Osten Sri Lankas aneinandergeriet. Er wurde aber nicht festgenommen. Geheimdienstchef Mendis sagte, die zuständige Polizeieinheit habe die Warnungen vor einem drohenden Angriff nicht ernst genommen.

Polizeichef Pujith Jayasundara hatte zehn Tage vor den Anschlägen gewarnt, dass Hashims Islamistengruppe NTJ Kirchen und andere Plätze angreifen könnte. Nach der Befragung eines in Indien inhaftierten Dschihadisten wurde die Angelegenheit jedoch nicht weiter verfolgt, Sicherheitsmassnahmen wurden nicht eingeleitet.

Das Parlament in Colombo untersucht seit Mittwoch, wie es zu der verheerenden Anschlagsserie kommen konnte. Dabei waren am Ostersonntag 258 Menschen getötet und fast 500 weitere verletzt worden. Sri Lankas Regierung macht die Islamistengruppe NTJ für die Anschläge verantwortlich, glaubt aber, dass sie Unterstützung aus dem Ausland hatte.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich. In einem Video hatten Hashim und sieben andere Extremisten einen Treueeid auf IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi geschworen.