Dies berichtete die "Frankfurter Rundschau" in ihrer Dienstagausgabe. Vor zehn Jahren habe der Anteil der im so genannten beschleunigten Vermittlungsverfahren vergebenen Organe noch unter zehn Prozent gelegen.

Dem Bericht zufolge soll das Verfahren dann angewendet werden, wenn Organe von älteren oder kranken Spendern zur Verfügung stehen, für die es nur wenige geeignete Empfänger gibt. Unter Experten gelte das Vorgehen jedoch als anfällig für Manipulationen.

Der Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, sprach gegenüber der "Frankfurter Rundschau" von einer "Einflugschneise für Manipulationen". Er forderte Aufklärung darüber, wie der Anstieg der im beschleunigten Verfahren vergebenen Organe zustandegekommen sei.

An der Uniklinik Göttingen stehen derzeit ein früherer Oberarzt und ein weiterer leitender Arzt im Verdacht, in 23 Fällen Patientenakten manipuliert zu haben. Die Staatsanwaltschaften Braunschweig und Göttingen ermitteln wegen Bestechlichkeit respektive wegen des Anfangsverdachts auf Tötungsdelikte.

Geprüft wird, ob die Bevorzugung bestimmter Patienten bei Organtransplantationen zum Tod anderer Menschen geführt haben könnte, die nicht zum Zuge kamen. Die bayerischen Justizbehörden prüfen derzeit zudem, ob es auch an der Uniklinik Regensburg Manipulationen von Krankendaten im Zusammenhang mit Lebertransplantationen gegeben hat.