In der deutschen Politik geht die Debatte über den Umgang mit der AfD weiter. SPD-Chefin Andrea Nahles sagte dem "Tagesspiegel" die AfD werde zunehmend "zum Sammelbecken für Rechtsextreme und Nazis". Die Partei habe sich in Chemnitz mit Gewalttätern und bekennenden Nazis verbrüdert.

CSU-Generalsekretär Markus Blume machte die Grünen für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich. "Wenn man Menschen verbietet, bestimmte Fragen zu stellen, und ihre Sorgen nicht ernst nimmt, wenn man für deren Meinung keinen Platz im öffentlichen Diskurs lässt, dann führt diese grüne Meinungspolizei zur Radikalisierung von politischen Positionen", sagte Blume der "Bild am Sonntag". Die Grünen hätten die Spaltung im Land vertieft. "Sie sind eine zutiefst intolerante Partei gegenüber der Mehrheitsgesellschaft."

Deutliche Warnungen vor der AfD kamen am Wochenende vom Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg. Er sehe in der AfD "Parallelen zum Nationalsozialismus". AfD-Chef Alexander Gauland "bedient eine rechtsradikale Klientel und führt eine rechtsradikale Partei", sagte Sternberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Wochenende. Ihr Aufstieg müsse verhindert werden.

Er verwies darauf, dass es auch in der Endphase der Weimarer Republik eine Partei gegeben habe, die die Ungeheuerlichkeiten in die Parlamente getragen habe. Er rufe zum übergreifenden Widerstand aller freiheitlich-demokratischen Kräfte auf. Es müsse deutlich werden: "So etwas geht in diesem Land nicht, so etwas wählen wir nicht, so etwas wollen wir nicht."

AfD stark im Osten

Besonders stark ist die AfD im Osten Deutschlands. Der Ostbeauftragte der deutschen Regierung, Christian Hirte, zeigte sich überzeugt, dass nur ein sehr kleiner Teil der AfD-Wähler wie der Thüringer AfD-Fraktions- und Landeschef Björn Höcke denkt. "Die Mehrheit der Bürger will mit Spinnern am rechten und linken Rand nichts gemein haben und lehnt Gewalt, verbale Übergriffe oder Hitlergrüsse ab", sagte der CDU-Politiker der "Welt".

Er verstehe, dass viele Bürger frustriert seien. "Wir müssten zum Beispiel akzeptieren, dass manche die derzeitige Flüchtlingspolitik ablehnen und keine vernünftige Partei im Parlament finden, die das geschlossen ebenso sieht", sagte Hirte. Zugleich warnte der Parlamentarische Staatsekretär im Wirtschaftsministerium davor, die Menschen im Osten Deutschlands zu bevormunden.