Zehntausende User aus Spanien haben den AZ-Artikel über Glarners Asyl-Vorschlag gestern Donnerstag auf sozialen Medien geteilt. Auch heute Freitag wird der Link auf der iberischen Halbinsel zu Tausenden weiterverbreitet. 

Der Löwenanteil der Zugriffe auf den AZ-Artikel kam gestern von einem grossen spanischen Online-Forum, wo der AZ-Artikel aufgenommen und rege kommentiert wird.

Die orangen Kreise zeigen, dass der AZ-Artikel zum Puigdemont-Asyl auch in Spanien rege gelesen wird.

Karte zeigt Zugriffe auf AZ-Artikel

Die orangen Kreise zeigen, dass der AZ-Artikel zum Puigdemont-Asyl auch in Spanien rege gelesen wird.

Befürworter wie Gegner des katalanischen Anführers Carles Puigdemont versuchen auch anhand dieses Artikels aus der Schweiz, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Im AZ-Artikel können Leser in einer Umfrage ihre Meinung kundtun, ob die Schweiz Carles Puigdemont Asyl gewähren soll. Die AZ-WebIT hat allein am Donnerstagabend über mehrere Stunden rund 20 Votings pro Sekunde festgestellt. Eine Manipulation der Umfrage, etwa durch ein programmiertes Script, das eine automatische Stimmabgabe unter Umgehung der technischen Gegenmassnahmen auslöst, konnte inzwischen ausgeschlossen werden.

Befürworter für Puigdemonts Asyl in der Schweiz lagen (Stand Freitag, 13 Uhr) knapp vor den Gegnern: rund 120'000 Ja gegen knapp über 100'000 Nein-Stimmen. Eine solche Umfrage ist allerdings nicht repräsentativ, sondern ist eher ein Gradmesser, welche Lager besser mobilisieren. 

User aus Spanien beteiligen sich nicht nur an der AZ-Umfrage, viele melden sich auch mit Kommentaren, welche die AZ-Mailbox füllen, zur Zeit vorwiegend Puigdemont-Gegner.

So schreibt ein empörter "fjasturias.es": "Ese tipo es un majadero, igual que Puigdemont y esta insultando a España, a su pueblo y a sus instituciones. Respete y, si no, vayase!!"

Sinngemäss übersetzt: "Dieser Typ ist dumm, genau wie Puigdemont und beleidigt Spanien, sein Volk und seine Institutionen. Respektiere das und, wenn nicht, verschwinde!"

Ein "guindilla133" schreibt (übersetzt): "Schauen wir die Wahrheit an: Das ist ein Staatsstreich. Puigdemont muss Verantwortung übernehmen für seine Taten. Puigdemont und seine Regierung halten sich für elitäre Übermacht."

Glarner: "Wollte mich nie einmischen"

Auch SVP-Nationalrat Andreas Glarner, der mit seiner Asyl-Aussage zugunsten Puigdemonts den Wirbel ausgelöst hat, bekommt Reaktionen aus Spanien, wie er auf Anfrage bestätigt. "Einerseits von flammenden Katalanien-Unabhängigkeitsbefürwortern, die sich freuen, dass sich jemand für sie einsetze. Aber auch von spanischen Kritikern, die empört sind."

Der Aargauer Politiker betont, es sei ihm nie darum gegangen, sich in innerspanische Belange einzumischen. Er habe nur betont, dass Puigdemont ein echter politischer Flüchtling sei, im Gegensatz zu den vielen Wirtschaftsflüchtlingen, die in die Schweiz kämen.

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