Italien

Solidaritätsdemo mit bedrohter Holocaust-Überlebender in Mailand

Rund 600 Bürgermeister aus verschiedenen italienischen Städten haben sich am Dienstagabend an einer Demonstration in Mailand mit der Holocaust-Überlebenden Liliana Segre (in der Bildmitte) solidarisiert. Die 89-Jährige hatte zuletzt wiederholt Morddrohungen erhalten.

Rund 600 Bürgermeister aus verschiedenen italienischen Städten haben sich am Dienstagabend an einer Demonstration in Mailand mit der Holocaust-Überlebenden Liliana Segre (in der Bildmitte) solidarisiert. Die 89-Jährige hatte zuletzt wiederholt Morddrohungen erhalten.

Rund 600 Bürgermeister aus verschiedenen italienischen Städten haben sich am Dienstagabend an einer Demonstration in Mailand beteiligt, um ihre Solidarität mit der Holocaust-Überlebenden Liliana Segre auszudrücken.

Die 89-jährige Senatorin auf Lebenszeit hatte zuletzt wiederholt Morddrohungen erhalten und musste unter Polizeischutz gestellt werden.

Die Demonstration unter dem Slogan "Hass hat keine Zukunft" wurde vom Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala angeführt. Auch Segre, die sich dafür engagiert, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten, beteiligte sich an der Kundgebung. "Es ist meine Aufgabe und moralische Pflicht, die Erinnerung an den Holocaust für die jungen Generationen wachzuhalten", sagte die Mailänderin.

"Mit dieser Demonstration wollen wir klar machen, dass wir keine Form von Fanatismus dulden", sagte der Präsident des italienischen Gemeindeverbandes ANCI und Bürgermeister von Bari, Antonio Di Caro.

Täglich Hunderte von Hassbotschaften

Der italienische Senat hatte im Oktober für die Einsetzung einer Parlamentskommission gegen Hass und Intoleranz gestimmt, nachdem die Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz dazu aufgerufen hatte. Die rechtspopulistische oppositionelle Lega und andere rechte Parteien hatten sich der Stimme enthalten.

Segre wurde Anfang November wegen täglich Hunderter an sie gerichteter Hassbotschaften und antisemitischer Drohungen unter Polizeischutz gestellt. Lega-Chef Matteo Salvini hatte daraufhin die Morddrohungen gegen die Senatorin heruntergespielt. Gegenüber Journalisten in Florenz kritisierte er Anfang November, dass die Drohungen gegen Segre mehr Aufmerksamkeit erregten als gegen ihn ausgesprochene Drohungen.

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